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Pinneberg : Das Repaircafé als landesweites Vorbild

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fünftes Treffen im Gemeindesaal der Pinneberger Lutherkirche. 50 Gäste, 70 defekte Geräte. 60 Prozent vor Ort repariert.

Pinneberg | Toaster, eine Kamera, Kaffeemaschinen und sogar ein Staubsauger stapelten sich am Sonnabend vor Holger Jensen, der das Repaircafé in der Lutherkirche Pinneberg ins Leben gerufen hat. „Wir verkaufen die Geräte für eine Spende für die Flüchtlingshilfe“, erläuterte Jensen. Alle Geräte waren gespendet und zum Teil repariert worden. „Wir lassen uns immer etwas Neues einfallen, wenn wir mal etwas nicht reparieren können, haben wir direkt eine Alternative parat“, sagte Jensen grinsend.

Das fünfte Repaircafé im Gemeindesaal der Lutherkirche war das letzte des Jahres. Jensen blickte zufrieden auf das erste Jahr der Veranstaltungsreihe zurück: „Es lief für das erste Jahr überraschend gut. Wir hatten ja vorher keine Vorstellungen, wie viele Besucher zu uns kommen.“ Etwa 50 Gäste kamen pro Repaircafé. Knapp 70 defekte Geräte – zumeist elektronische – im Gepäck. Lampen, Radios und CD-Player führen hierbei die Liste an. Zudem wurden zahlreiche Schmuckstücke, Fahrräder und Puppen repariert. „Die Mischung ist sehr bunt, aber Elektronik- und HiFi-Produkte liegen immer ganz vorne in den Statistiken“, so Jensen.

Mehr als 60 Prozent konnten direkt vor Ort repariert werden. Etwa 7,5 Prozent wurden im zweiten Anlauf fertiggestellt, weil etwa notwendige Ersatzteile fehlten. Bei knapp 30 Prozent der Anfragen mussten die ehrenamtlichen Helfer passen. „Wenn beispielsweise die Sicherheit eines Geräts nicht gegeben ist, lassen wir die Finger davon“, so der pensionierte Fernsehtechniker.

Doch nicht nur die Zahlen sprechen für die Idee von Jensen, sondern auch deren Modellcharakter. „Nachhaltigkeit ist mittlerweile das große Thema – auch in der Kirche“, so der Repaircafé-Organisator. Im Mai durfte sein Team die Idee und die Organisations-Abläufe in Kiel präsentieren. „Wir waren das erste und einzige Repaircafé, das an eine Kirchengemeinde angebunden ist“, sagte Jensen voller Stolz. Andere Kirchengemeinden hätten Interesse, der Idee zu folgen. „Zu uns kommen viele Menschen, die vielleicht nicht in der Kirche sind und so eine andere Wahrnehmung der Gemeinde gewinnen“, sagte Jensen. Das Pinneberger Modell könnte bald also landesweit Schule machen. Am 21. November werden einige Helfer bei der Aktion „Einfach die Welt retten“ der evangelischen Kirchengemeinde Sülldorf Iserbrook, Schenefelder Landstraße 202, ihr Konzept auch in die Hansestadt bringen.

„Das Team wächst von Mal zu Mal“, freute sich Jensen auch über den Zuwachs. Etwa 35 Personen helfen dabei, alte Gegenstände wieder auf Vordermann zu bringen. „Viele sind aus der Rentnergeneration. Da ist ein großes Know-how vorhanden, das wir hier gebrauchen können.“ Wer Interesse hat, könne sich unter Telefon 04101-693600 bei Jensen melden. Der nächste Termin steht fest: Am Sonnabend, 20. Februar 2016, wird von 14 bis 17 Uhr in der Lutherkirche, Kirchhofsweg 53a, gewerkelt.

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erstellt am 10.Nov.2015 | 16:30 Uhr

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