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Baustellen in Pinneberg : Das Quellental kann aufatmen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ab kommendem Dienstag soll ein Teil der Richard-Köhn-Straße wieder befahrbar sein. Händler leiden unter Einbußen und Kundenmangel.

Pinneberg | Sie ist das Aufreger-Thema schlechthin derzeit im Quellental: Die Dauerbaustelle in der Richard-Köhn-Straße. Seit Anfang Februar ist die Straße wegen Kanalarbeiten voll gesperrt. Bereits zu Ostern, hätten Teile der Trasse für den Verkehr wieder freigegeben werden sollen. Doch nun gibt es tatsächlich Licht am Horizont. Denn ab kommendem Dienstag soll die Richard-Köhn-Straße im Abschnitt zwischen dem Kreisverkehr am nördlichen Ende sowie der Straße Bodderbarg zumindest halbseitig wieder befahrbar sein – in Richtung Norden.

Autofahrer sollen dann auch wieder von der Richard-Köhn-Straße aus in die Oeltingsallee abbiegen können, sowohl in östliche als auch in westliche Richtung. Laut Bauleiter Wolfgang Schwirz vom Ingenieurbüro Lenk und Rauchfuß sollen die Asphaltierungsarbeiten, die seit diesem Montag laufen, bis morgen Abend in dem betreffenden Abschnitt abgeschlossen sein. „Es gibt dafür auch einen gewissen Zeitdruck, denn die Asphaltierungsmaschine wird danach auf einer anderen Baustelle benötigt“, sagt Schwirz.

Die vor Ort ansässigen Händler können den Zeitpunkt der Freigabe kaum noch erwarten. Bei einigen regiert allerdings die Skepsis. „Ich glaube das erst, wenn ich den Verkehr mit eigenen Augen wieder rollen sehe“, sagt eine Mitarbeiterin der Bäckerei Schlüter an der Kreuzung Oeltingsallee/Richard-Köhn-Straße. Auch Ute Sievers, Chefin der Olympia-Apotheke, im Quellental-Center ist ob der Dauersperrung auf Zinne. „Wir sind mittlerweile in der 13. Woche. Doppelt so lange wie ursprünglich geplant“, schimpft die Apothekerin. Die Zahl der Kunden sei spürbar weniger als normal – auch wenn die „Erkältungswelle das Problem etwas abgemildert“ habe.

Mit ihren Umsatzeinbußen ist die Apothekerin nicht allein: Gastronom Dimitrios Giantsios, der das Restaurant Kronos in der Oeltingsallee führt, spricht von einem Minus von etwa 25 Prozent, ebenso wie Lohman Yasar, dessen Änderungsschneiderei seit Februar in einer Sackgasse liegt. „Wegen des fehlenden Durchgangsverkehrs bleibt viel weniger Kundschaft hängen. Und gerade ältere Menschen finden seitdem fast überhaupt nicht mehr den Weg“, so Yasar. Schon im März hatte zudem der Handelsriese Edeka über Einbußen von bis zu 15 Prozent geklagt. Eine Filiale des Unternehmens befindet sich an der Saarlandstraße, in unmittelbarer Nähe der Baustelle.

Am lockersten mit der Situation geht ausgerechnet Angelika Kegel um, die den größten Grund zur Klage hätte. Denn ihr Farbengeschäft mit integrierter Post-Filiale am Bodderbarg liegt mitten in der Baustelle und ist mit dem Auto kaum zu erreichen. „Zur Zeit kommen wir vielleicht noch auf 30 bis 40 Prozent der normalen Einnahmen“, berichtet sie. Doch das sei verschmerzbar, weil der Laden Ende Juni nach 40 Jahren ohnehin für immer seine Türen schließe. „Mein Mann geht in Rente, wir haben im Dezember 2014 gekündigt. Bei den Farben soll es noch einen Ausverkauf geben, die Post zieht zu Edeka“, sagt Kegel.

Stadtwerke und Stadt Pinneberg errichten entlang der Richard-Köhn-Straße separate Regen- und Schmutzwasserkanäle – bislang flossen vor Ort beide Abwasserarten in einem Mischwasserkanal zusammen. Die Baustelle „wandert“ Stück für Stück in Richtung Thesdorfer Weg . Im Jahr 2019 soll das Gesamtprojekt abgeschlossen sein. Seit Anfang Februar errichten Stadtwerke und Stadt Pinneberg dortseparate Regen- und Schmutzwasserkanäle. Die Vollsperrung nervt Anwohner und vor Ort ansässige Ladeninhaber gleichermaßen – zumal Teile

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erstellt am 29.Apr.2015 | 10:00 Uhr

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