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Forum Theater Pinneberg : Das neue Stück spiegelt die Flüchtlingsproblematik wider

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vor den Toren einer fremden Stadt: Die Einnahmen aus den Vorstellungen kommen einem Migrationsprojekt zugute.

von
erstellt am 22.Okt.2015 | 16:13 Uhr

Pinneberg | Mit ihrem neuen Stück „Die fremde Stadt“ trifft das Forum Theater Pinneberg den Zeitgeist: Die Utopie von John B. Priestley (1894 - 1984) „sollte uns gerade in dieser Zeit, in der wir, die Zuschauer und Mitwirkenden, heute nur im Theater vor den Toren einer ’fremden Stadt’ stehen, in der Realität aber zahlreiche ’Fremde’ vor den Türen unserer Stadt warten, zu denken geben“, sagt Regisseur Detlef Murphy.

Es ist Dienstagabend: In der Außenstelle der Johannes-Brahms-Schule proben die Schauspieler des Forum Theaters. Anfang August haben die Vorbereitungen für das Stück begonnen, das am 31. Oktober Premiere hat. Das Stück, das 1944 in der ehemaligen UdSSR uraufgeführt wurde und 1997 zum Repertoire des Forum Theaters gehört, wurde für die aktuelle Aufführung neu bearbeitet. Die Handlung spielt in Deutschland im Jahr 2015, in der Nähe von Hamburg. „Mehr oder weniger vertraute Orte wie Blankenese und Billstedt tauchen darin auf“, sagt Andreas Hettwer, der Vorsitzende des Vereins.

Die Figuren geben einen repräsentativen Querschnitt wieder: Da ist beispielsweise der adlige Politiker, die ehemalige Schlecker-Verkäuferin namens Oma Becker, die ihre karge Rente durch putzen gehen aufbessert, sowie der Seemann Joe, der trotz harter Arbeit ein armer Leiharbeiter ist. Elena Straus in der Rolle der Oma Becker feiert übrigens ihr Bühnen-Debüt. Alle anderen Mitstreiter haben bereits Bühnenerfahrung.

Sie alle werden auf rätselhafte Weise aus ihrem gewohnten Leben gerissen und finden sich plötzlich gemeinsam in einem stillgelegten Bahnhof wieder. Sie stehen vor einer verschlossenen Tür. Ist es das Paradies, die Hölle oder das Jenseits, das sie dahinter erwartet? Als die Tür sich schließlich öffnet, lernen die neun dort ein Leben kennen, das ganz anders ist als ihr bisheriges – friedlich, harmonisch, ohne Neid, Missgunst und erbarmungslose Konkurrenz. „Es geht in dem Stück um die Aufforderung an die Menschen, altruistisch zu leben und den Mitmenschen mit Liebe und Respekt zu begegnen“, erklärt Hettwer die Intention hinter dem Stück und berichtet, dass die Einnahmen abzüglich der Produktionskosten aller fünf Aufführungen einem Pinneberger Flüchtlingsprojekt zugute kämen. Murphy, dem engagierten Regisseur und Lokalpolitiker aus Wedel sowie Übersetzer von Büchern der Schriftstellerinnen Nora Roberts, Tami Hoag und anderen, findet noch andere aktuelle Bezüge: „Armut und prekäre Jobs sind heute noch ein Thema“, sagt er.

INFO Termine

Fünf Termine stehen zur Auswahl: Premiere ist am Sonnabend, 31. Oktober. Beginn ist um 19.30 Uhr. Weitere Aufführungen: Sonntag, 1. November, 18 Uhr, Freitag, 6. November, 19.30 Uhr, Sonnabend, 7. November, 19.30 Uhr, und Sonntag, 8. November, 18 Uhr. Die Karten zum Preis von zehn Euro, ermäßigt 7,50 Euro, gibt es in der Buchhandlung Bücherwurm, Dingstätte 24, und an der Abendkasse.  Die Aufführungen finden in der Ernst-Paasch-Halle, Lindenstraße 10,  statt.

 
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