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Pinneberger Tageblatt

17. August 2017 | 23:37 Uhr

Quickborn : Das Moor im Frühlingskleid

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Mehr als 60 Besucher nahmen an der ersten dreistündigen Exkursion mit dem Förderverein Himmelmoor teil.

Quickborn | Sie kamen aus Pinneberg, Halstenbek, Quickborn und den umliegenden Gemeinden: Mehr als 60 Teilnehmer machten sich am Sonnabend auf den Weg, um eine Führung durch das Himmelmoor zu erleben. Und sie mussten zusammenrücken, um auf den Loren der Torfbahn Platz zu finden, denn die Fahrt war restlos ausgebucht.

„Bis vor einer Woche konnten noch blaue Moorfrösche in einem Graben des Himmelmoores beobachtet werden“, berichtete Klaus Thomas vom Förderverein Himmelmoor den Besuchern. Die Tiere würden aktiv, sobald die Temperaturen der ersten Frühlingstage über zehn Grad kletterten. Während der Exkursion, die dreieinhalb Stunden dauerte, vermittelte das Betreuungsteam unter Leitung von Klaus-Hermann Hensel jede Menge Informationen zur Entstehung und Nutzung des einzigen Hochmoors in Schleswig-Holstein. Für die Lorenfahrt waren Lothar Hornburg und Dan Zelck von der AG Torfbahn zuständig, die zu anderen Terminen kürzere Touren anbieten.

Auf dem ersten Aussichtshügel genossen die Teilnehmer das Panorama der Moorflächen mit den aufgestauten Gewässern zur Renaturierung. Hensel erläuterte die Entstehungsgeschichte des Himmelmoores nach der Eiszeit, das sich heute auf einer Fläche von 605 Hektar – inklusive Abbaufläche – ausdehnt. Vor etwa 150 Jahren begann hier das Torfstechen, vorwiegend zum Heizen, Räuchern und Einstreuen fürs Vieh. Fünfzig Jahre später führten die ersten Unternehmen den industriellen Abbau ein. Über diese Zeit informierte Gerd Rohde, der auch historische Arbeitsgeräte vorstellte.

Die zahlreichen flachen Gewässer, die wie Seen anmuten, habe das Torfwerk unter der Leitung von Klaus Czerwonka für die Renaturierung aufgestaut. „Dafür mussten Gräben zugeschüttet und Dämme eingezogen werden“, erläuterte Thomas bei der Besichtigung des ersten Bereichs der Schleswig-Holstein-Koppel. „Hier haben die schwimmenden Torfmoose schon eine grüne Fläche gebildet, die im Sommer, wenn weniger Wasser vorhanden ist, einen Schwingrasen bilden.“

Der Betriebsleiter des Torfwerks stieß später dazu, um ausführlich über die Maßnahmen auf der ehemaligen Abbaufläche zu informieren. Er erklärte die Wichtigkeit der Moosbildung und beantwortete auch Fragen zur heranwachsenden Wollgraspflanze, einer wichtigen Pionierpflanze im wiedervernässten Moor, die ab Mitte Mai blüht und sehr beliebt als Fotomotiv ist. Während eines längeren Aufenthalts beim kleinen Knust unternahmen die Besucher mit dem Fördervereinsvorsitzenden eine Wanderung in diesem Gebiet unternahmen. „Am Ziel findet man den sehr selten vorkommenden Sumpf-Bärlapp. Diese Pflanze gibt es nachweislich seit 300.000 Jahren. Sie wächst ausschließlich an dieser Stelle des Himmelmoores“, wies Hensel seine Zuhörer auf eine der Besonderheit der Flora hin.

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erstellt am 12.Apr.2016 | 16:00 Uhr

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