Interview : Das Medienverhalten hat sich rasant verändert

Elizabeth Prommer
Elizabeth Prommer.

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07. Mai 2015, 10:29 Uhr

Kreis Pinneberg | Welche Rolle das Internet für die Generation 50 plus spielt, erfährt Journalistin Verena Teske im Gespräch mit Elizabeth Prommer, Direktorin am Institut für Medienforschung an der Universität Rostock.

Frage: Wie hoch ist der Anteil der Internetnutzer in der Generation 50 plus?
Elisabeth Prommer: Bis zu einem Alter von 50 Jahren sind zunächst einmal alle Nutzer online. In der Altersgruppe 50 bis 59 sind es etwa 80 Prozent. Bei den Nutzern ab 60 Jahren ist es jeder Zweite. Offline sind eher ältere Frauen. Wenn sich der Mann immer um Technik gekümmert hat, macht das eine Frau in hohen Jahren nicht mehr.

Wofür nutzen die sogenannten Silversurfer das Internet?
In erster Linie wird das Internet für die Informationsbeschaffung und für die Beziehungspflege genutzt. Ob Online-Banking oder Bestellungen – es wird alles gemacht, was den Alltag erleichtert.  Senioren interessiert sehr, was ihre Enkel machen. Das erfahren sie in sozialen Netzwerken wie Facebook. Ein weiterer Bereich ist das Online-Gaming. Da gibt es Spiele extra für Senioren.

Wie hat sich die Mediennutzung verändert?
Die Mediennutzung hat sich rasant verändert. War im Jahr 2013 nur jeder Zweite online, sind es heute acht von zehn Menschen. Spannend  ist dabei, dass der Fernsehkonsum eher zugenommen und die Radionutzung kaum abgenommen  hat. Die Zeitungsnutzung ist eher bei den Jüngeren weniger geworden.

Wie sehen die Prognosen für die Internetnutzung bei den sogenannten Best Agern aus?
Jährlich ist die  Internetnutzung dieser Zielgruppe um zehn Prozent gestiegen. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Heute geht jeder Zweite mobil ins Netz. Die Nutzung von Tablet und Co. wird sich ebenfalls  weiter erhöhen. Dabei ist es unwesentlich, ob die Senioren bereits in ihrem Berufsleben mit der Technik zu tun hatten.

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