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Tibor Rode : „Das Los“ – Auf der Jagd nach dem Glück

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Pinneberger Schriftsteller Tibor Rode präsentiert sein Buch „Das Los“ im Hamburg Dungeon. Es ist ein Thriller mit historischen Elementen.

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2014 | 11:26 Uhr

Pinneberg | „Das wäre ein guter Platz für eine Lesung von Thilo Sarazzin“, bemerkt Tibor Rode, als er in den Käfig im Hamburg Dungeon steigt. Sein neues Buch „Das Los“ stellte der Pinneberger Schriftsteller im Gespräch mit NDR-Journalistin Margarete von Schwarzkopf vor – hinter Gittern. Dabei stellt Rode keine provokanten politischen Thesen auf und muss auch nicht vor dem Publikum geschützt werden, sondern will auf 632 Seiten vor allem unterhalten. Ein stimmungsvoller Rahmen ist die Geisterbahn in der Hamburger Speicherstadt allemal.

„Das Los“ ist das zweite Werk des gebürtigen Hamburgers, der hauptberuflich als Rechtsanwalt arbeitet. Sein Erstling „Das Rad der Ewigkeit“ erschien vor einem Jahr. Darin ging es um die Jagd nach dem Perpetuum Mobile, der unerschöpflichen Energiequelle. In „Das Los“ beschäftigt sich Rode jetzt mit der ersten Lotterie auf deutschem Boden,1763 vom preußischen König Friedrich dem Großen genehmigt. Der zweite Handlungsstrang spielt in der Gegenwart: Vier Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt – die englische Pokerspielerin Trisha, der Hamburger Anwalt Henri, der in Fuhlsbüttel im Gefängnis sitzt, der amerikanische Fond-Manager Carter Fields und der bettelarme Inder Pradeep – erhalten die Chance an einem mysteriösen Spiel teilzunehmen. Der Einsatz ist ihr gesamter Besitz. Der Preis: Alle Wünsche der Spieler sollen sich erfüllen.

„Das war meine Grundidee“, erzählt Rode: „Es soll um eine Lotterie gehen, die am Ende ein Protagonist gewinnt. Manchen gönnt es der Leser mehr als anderen.“ Das Lottospielen fasziniere ihn, betont der Schriftsteller. „Die Wahrscheinlichkeit für sechs Richtige liegt bei eins zu 140 Millionen, das ist viel unwahrscheinlicher als ein Flugzeugabsturz.“ Wer Lotto spiele, wolle eigentlich vor allem vom Gewinn träumen: „Alle Probleme sollen sich in Luft auflösen“. Hoffnung sei also eines der beiden großen Themen des Buches. Das zweite ist die Gier. „Meine Figuren kommen aus ganz verschiedenen Einkommensschichten und ich stelle die Frage: Wieviel Geld braucht man, um glücklich zu sein.“

Die Vermischung der Zeitebenen ist schon so etwas wie ein Markenzeichen von Rode. „Ich recherchiere einfach gern“, sagt er lachend. Auf dem Dachboden eines Berliner Museums stöberte er sogar das Patent für die erste deutsche Lotterie auf. Bei seinen Nachforschungen stellte Rode auch fest, dass Lottospielen im 18. Jahrhundert schon fast genau so ablief wie heute. „Die Menschen in der Vergangenheit waren uns viel ähnlicher, als wir oft denken.“

Um sich aufs Schreiben konzentrieren zu können, muss der Anwalt und Familienvater auf die Nacht oder die frühen Morgenstunden ausweichen. „Oder ich setze Kopfhörer auf und höre Klassik, dann habe ich auch die nötige Ruhe.“ Das nächste Projekt ist bereits in der Mache - Rode schreibt an einem Roman zum Thema „Schönheit.“

„Das  Los“, von Tibor Rode, 632 Seiten, erschienen im Lübbe-Verlag, 19,99 Euro. Buch-Infos des Verlages
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