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Das Sonntagsgespräch : „Das Lesen ist für den Unterricht unverzichtbar“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fragen an Beate Büchner und Hans-Peter Bockelmann von der Bürgerstiftung Bruno Helms.

Halstenbek | Die Bürgerstiftung Bruno Helms wurde 2001 in Halstenbek gegründet und hat seitdem einiges bewegt. Im Sonntagsgespräch berichten die Vorsitzende Beate Büchner und ihr Stellvertreter Hans-Peter Bockelmann unter anderem, in welchen Bereichen die Stiftung aktiv ist und wünschen sich weitere ehrenamtliche Helfer.

Frage: Welche Schwerpunkte setzt die Bürgerstiftung?
Beate Büchner: Die Schwerpunkte sind in der Satzung festgeschrieben. Wir unterstützen insbesondere die Bereiche Umweltschutz, Tierschutz sowie Senioren- und Jugendarbeit. Momentan konzentrieren wir uns vor allem darauf, Kinder und Jugendliche zu fördern.

Wie wird die Kinder- und Jugendarbeit gefördert?
Büchner: Unser Hauptthema ist „Kinder und Lesen“. Das Projekt sieht vor, dass ehrenamtliche Paten einmal pro Woche in Kindertagesstätten vorlesen. Damit wird schon eine erste Basis für den Umgang mit Büchern und die Auseinandersetzung mit Texten gelegt. Immer stärker wird auch die Nachfrage nach Mentoren in der Grundschule. Ein Mentor kümmert sich um ein Kind und hilft diesem dabei, Lesen zu lernen. Selbst in den fünften Klassen ist diese Unterstützung teilweise gefragt. Das Lesen ist ja nicht nur für den Deutschunterricht wichtig, sondern auch unverzichtbar, um zum Beispiel Textaufgaben in Mathe zu verstehen. Die Mentoren sollen helfen, die Defizite im Textverständnis zu beseitigen.

Mit welchen Projekten werden Kinder und Jugendliche noch unterstützt?
Büchner: Die Schreibwerkstätten für siebte und achte Klassen sind relativ neu in unserem Programm. Wir schicken Autoren eine Woche lang in siebte und achte Klassen, damit sie mit den Schülern gemeinsam arbeiten und ihnen zeigen, worauf es beim Schreibhandwerk ankommt. Dabei entstehen ganz unterschiedliche Dinge. Das können ein Theaterstück, Sketche, aber auch ein Rap sein. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Ergebnisse werden am Ende während einer großen Veranstaltung präsentiert. Auch der Ernährungsführerschein für die dritten Klassen hat sich fest etabliert. Gesunde Ernährung, die Essgewohnheiten in unterschiedlichen Kulturen, Tischmanieren, – es ist wichtig, dass sich die Kinder mit diesen Themen beschäftigen. Darüber hinaus zeigen wir Jungen und Mädchen im Kindergarten- und Vorschulalter, worauf sie beim Umgang mit fremden Hunden achten müssen und helfen dabei, Ängste abzubauen.

Wofür engagiert sich die Bürgerstiftung noch?
Hans-Peter Bockelmann: Wir geben Lebensmittelspenden an die Erlöserkirche in Halstenbek, die die Spenden an Bedürftige verteilt. Es ist sichergestellt, dass die Empfänger anonym bleiben. Gerade diese Anonymität ist ielen wichtig, weil sie ihre Notlage nicht zeigen möchten. Der Bedarf an Lebensmittelspenden steigt kontinuierlich an. Außerdem unterstützen wir den Halstenbeker Familienverein, der dadurch unter anderem Seniorenausfahrten anbieten kann.
Büchner: Tierschutzvereine und die Wildtierauffangstationen unterstützen wir ebenfalls. Auch Vereinen helfen wir bei ihrer Jugendarbeit, wenn nötig. So haben wir zum Beispiel der SVHR Spielgeräte für einen Spielplatz bezahlt und fördern das SVHR-Erstklässler-Turnier sowie den Beach-Cup der Halstenbeker Turnerschaft. Viel Zeit nimmt derzeit zudem die Organisation des Halstenbeker Kunst- und Kreativmarktes in Anspruch, den wir am 21. und 22. Oktober bereits zum achten Mal ausrichten.

Was fehlt der Bürgerstiftung?
Büchner: Wir brauchen dringend weitere Mentoren und Vorlese-Paten. Dafür muss man nur einmal pro Woche 45 Minuten Zeit aufbringen. Der Einsatz lohnt sich auf alle Fälle. Unsere ehrenamtlichen Helfer haben riesigen Spaß an der Arbeit mit den Kindern und bekommen durch das Miteinander enorm viel zurück.

Welche Bedeutung hat die Stiftung für Halstenbek?
Büchner: Das ist schwer zu sagen. Wir haben das Gefühl, dass unsere Arbeit kaum wahrgenommen wird. Wir würden uns wünschen, dass sich das ändert. Viele, die die Hilfe der Stiftung brauchen könnten, wissen vielleicht gar nicht, dass es uns gibt. Dabei ist durchaus noch Geld da, um weitere Projekte zu fördern. Es ist ein Problem, dass wir niemanden in unserem Team haben, der sich mit Öffentlichkeitsarbeit auskennt. Deshalb suchen wir jemanden, der uns in diesem Bereich unterstützt und unsere Arbeit stärker in den Blickpunkt rückt.

Was zeichnet die Stiftung aus?
Bockelmann: Ein Pluspunkt ist sicherlich, dass sie ein solides Vermögen hat und Erträge erwirtschaftet, die untergebracht werden wollen. Für weitere Förderungen und Unterstützungen sind wir offen. Schade ist, dass durch kaufmännische und Verwaltungstätigkeiten momentan viel Zeit für die eigentliche Stiftungsarbeit verloren geht.

Was hatte Anfang 2015 der Tod von Stiftungsmitgründerin Annemargret Helms für Auswirkungen?
Büchner: Wir waren darauf nicht vorbereitet. Die finanzielle Situation hat sich seitdem enorm verändert. Früher hatten wir ein Budget zwischen 12.000 und 16.000 Euro. Nun liegt der Jahresetat wesentlich höher. Dieses Geld müssen wir nun im Sinne der Satzung verteilen. Dabei beschränken wir uns auf Projekte aus der Region. Wir wollen sehen, wo das Geld ankommt und was damit gemacht wird.
Bockelmann: Eine Umstellung war auch die kaufmännische Führung eines Unternehmens wie den Holsteiner Werkstätten. Außerdem vermachte Annemargret Helms der Siftung ihr Privatvermögen. Dazu gehören auch Immobilien, um die wir uns kümmern müssen.

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