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Pinneberger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 22:18 Uhr

Pinneberg : Das Kulturzentrum soll kommen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Einwohnerversammlung: Umbau der Ernst-Paasch-Halle bleibt das Ziel. Ein Trägerverein könnte den Weg ebnen.

shz.de von
erstellt am 08.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Es ist Donnerstagabend. Kurz vor 19 Uhr. Schauspieler Reinhard Matthies trägt eine knallrote Robe. Ein geistliches Gewand. Matthies steht am Eingang des Pinneberger Rathauses, begrüßt die Besucher der Einwohnerversammlung. Das passt zum Anlass. Schließlich geht es um Kultur. Drei Stunden später liegen Ergebnisse auf dem Tisch. Die Stadt soll alle Anstrengungen unternehmen, die Ernst-Paasch-Sporthalle an der Lindenstraße zu einem Kulturzentrum umzugestalten. Dessen Betrieb könnte ein Trägerverein übernehmen, der bereits in den Startlöchern steht. Für Matthies und allen anderen Amateurmimen in der Stadt könnte die Ernst-Paasch-Halle somit zum festen Spielort werden.

Begonnen hatte der Abend mit dem launigen Impulsreferat des ehemaligen Rendsburger Bürgermeisters Rolf Teucher. Er ist Vorsitzender des Landeskulturverbands – und machte aus seinem Credo keinen Hehl: „Kulturförderung ist eine gewachsene Aufgabe des Staates“, so Teucher. An Politikern, die im Sparwahn den Rotstift ansetzen und gern von freiwilligen Leistungen sprechen, ließ der Referent kein gutes Haar. Teucher lieferte ein leidenschaftliches Plädoyer für die Verantwortung der Stadtoberen. „Kultur hält unsere Gesellschaft zusammen.“ Anschließend hatten die etwa 150 Besucher der Einwohnerversammlung Gelegenheit, sich an Thementischen einzubringen. Moderiert von VHS-Chef Wolfgang J. Domeyer ging es um die Finanzen. Herausgearbeitet wurde der große Eigenanteil, den Kulturschaffende in Pinneberg einbringen. „Das wird oft vergessen“, so Domeyer. Weiterer Tenor: Kultur braucht mehr Geld.

In der Arbeitsgruppe von Musikschul-Leiter Winfried Richter wurde die Raumsituation diskutiert. Dabei tauchte die Frage auf, warum nicht ausgenutzte Flächen und Gebäude, etwa das alte Bahnhofsgebäude und die Ilo-Hallen, in Pinneberg nicht Kulturschaffenden zur Verfügung stehen. Fritz Garben, der ebenfalls eine Gruppe leitete, zeigte sich anschließend „schockiert, wie viele Menschen glauben, Kultur ist nur etwas für die oberen Zehntausend“.

Der größte Andrang herrschte am von Bürgermeisterin Urte Steinberg und Bürgervorsteherin Natalina Boenigk moderierten Thementisch. Im Rockvillezimmer wurde über die Zukunft der Ernst-Paasch-Halle diskutiert. 500.000 Euro würde der Umbau der ehemaligen Sporthalle voraussichtlich kosten. Eine Investition in die Kultur, die vor allem in Reihen der Theatervereine Befürworter findet. Sie müssen fürchten, ab 2015 ohne Spielstätte dazustehen – und fordern Planungssicherheit ein.

Die Einwohnerversammlung votierte mehrheitlich dafür, den Umbau der Paasch-Halle weiterzuverfolgen. Das Gespräch mit den Initiatoren eines Trägervereins Kulturzentrum soll gesucht werden. Christoph Forsthoff ist einer von ihnen. Er ließ durchblicken, dass der Verein mit einem Finanzierungskonzept und einer bereits ausgearbeiteten Satzung aufwarten kann. Ein weiterer Beschluss der Einwohnerversammlung kam auf Antrag Domeyers zustande. So soll eine Nutzungsordnung für Schulen erarbeitet werden, um herauszufinden, ob in den Bildungseinrichtungen Kapazitäten für Kulturschaffende zur Verfügung stehen.

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