Marode Schulen in Pinneberg : "Das kalte Grausen"

Kai  Vogel
Kai Vogel

SPD-Landtagsabgeordneter Kai Vogel sieht keine Bildungseinrichtung, an der nicht investiert werden muss

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26. November 2013, 16:00 Uhr

Marode Fassaden. Viel zu kleine Lehrerzimmer. Schimmel in Klassenräumen. Kaum ein Tag vergeht, an dem der Zustand der Pinneberger Schulen nicht für Schlagzeilen sorgt. Für den SPD-Landtagsabgeordneten Kai Vogel (Foto) sind Proteste von Schülern und Lehrern nachvollziehbar. Er sagt aber auch: „Schulpolitik in der Stadt Pinneberg darf nicht dadurch geprägt sein, dass die Schule als erste Geld erhält, die am lautesten schreit. Wir müssen überall für vernünftige Lernbedingungen sorgen.“

Derzeit arbeitet der Kommunale Servicebetrieb Pinneberg (KSP) an einem Sanierungskonzept, das alle Schulen der Kreisstadt berücksichtigt. Es zeichnet sich ab, dass annähernd 30 Millionen Euro her müssen, um die Gebäude fit für die Zukunft zu machen. Vogel befürchtet Schlimmeres: „Ich gehe davon aus, dass die Kosten einer Modernisierung aller Pinneberger Schulen deutlich höher sein werden.“ Der schulpolitische Sprecher der Rats- und Landtagsfraktion sieht in Pinneberg keine Bildungseinrichtung, an der nicht Sanierungs- oder Erneuerungsbedarf besteht.

Ein Antrag der CDU, Sofortmaßnahmen für das Theodor-Heuss-Gymnasium einzuleiten und die offen liegende Fassade somit winterfest zu machen, stößt bei Vogel auf wenig Verständnis. „Dass die CDU eine Schule besonders bevorzugt, ist erstaunlich“, sagt er. Damit werde der Ansatz, alle Standorte gleichwertig zu berücksichtigen, hintenangestellt. Auch für die SPD stehe die Notwendigkeit einer Sanierung der Heuss-Schule außer Frage. „Wer sich die Fassade im Innenhof anschaut, den packt das kalte Grausen“, sagt Vogel. Eine Reduzierung der generellen Problematik auf eine einzige Schule hielten die Sozialdemokraten aber nicht für zielführend.

„Dieses Grausen packt mich auch, wenn ich die Situation an der Grund- und Gemeinschaftsschule erlebe, wo in vielen Räumen der Unterricht unmöglich ist – so wie auch in den Pavillons der Johann-Comenius-Schule“, erklärt Vogel. Eine „Bevorzugung der THS“ komme für die SPD nicht in Frage. Wenn das Sanierungskonzept für alle Schulen vorliege, werde die Politik im Zusammenspiel mit Schulleitern entscheiden, was wann angepackt wird.

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