Verkeht : Das ist Rellingens neue Extrem-Piste

Schweres Gerät in Kolonne: Die Hauptstraße ist in Richtung Ortskern nicht befahrbar. Heute soll die Sperrung in Höhe der Kirche allerdings wieder aufgehoben werden.
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Schweres Gerät in Kolonne: Die Hauptstraße ist in Richtung Ortskern nicht befahrbar. Heute soll die Sperrung in Höhe der Kirche allerdings wieder aufgehoben werden.

Fräslöcher mit bis zu zehn Zentimetern Tiefe machen die Strecke von der Kirche zum Autoport zur Herausforderung.

shz.de von
23. März 2017, 17:00 Uhr

Rellingen | Wenn Bodo Lange in diesen Tagen morgens von seinem Zuhause in Rellingen zu seiner Arbeitsstätte in Eidelstedt fährt, beschert ihm die Tour verlässlich einen Wutausbruch. Grund sind die Asphaltsanierungsarbeiten im Bereich Hauptstraße, Stawedder und Mühlenstraße. Dafür wurden Anfang der Woche in beiden Fahrtrichtungen unterschiedlich große Rechtecke aus dem Straßenbelag gefräst, die bis zu zehn Zentimeter tief sind. Ausweichen unmöglich. Bis sie wieder gefüllt sind, machen sie aus dem Straßenverlauf eine herausfordernde Piste. „Die Strecke ist eigentlich nicht befahrbar“, sagte Lange im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Rellinger Verwaltung sieht das offenbar anders und hat die Strecke zur Einbahnstraße gemacht, um die Durchfahrt zumindest in einer Richtung zu ermöglichen. Das Einfahren aus Richtung Ortskern ist möglich, auf der linken Fahrbahn wird gearbeitet, die rechte darf trotz der Fräslöcher genutzt werden. Was Lange besonders wurmt: Der Autofahrer wird nicht darüber informiert, was ihn auf der Strecke erwartet und nutzt die Durchfahrtmöglichkeit. Einmal eingefahren, hat er keine Möglichkeit mehr umzukehren. So erging es auch Lange mit seinem Mercedes SL.

Deycke Zorn vom Bau- und Planungsamt kann den Frust verstehen, sieht allerdings keine Alternative zur aktuellen Verfahrensweise. „Die Sanierung der Oberfläche war zwingend erforderlich, und wir mussten abwägen“, sagte sie gestern auf Nachfrage. Eine Vollsperrung sei aus Sicht der Verwaltung nicht das geeignete Mittel gewesen, weil die Strecke in erster Linie von ortskundigen Autofahrern genutzt werde, die wüssten, wie die Baustelle zu umfahren sei. Gleichzeitig verwies sie auf eine ordnungsgemäße Ausschilderung und die Information der Bürger per Postwurfsendung und Bekanntmachungen. Ob die das trösten wird, ist fraglich, zumal ihnen die Baustelle noch länger als geplant erhalten bleibt.

Der Fertigstellungstermin Ende der Woche ist nicht mehr zu halten. Stattdessen wird jetzt der kommende Mittwoch angepeilt. Immerhin kündigte Deycke Zorn an, die einseitige Sperrung der Hauptstraße in Höhe der Kirche werde heute schon mal aufgehoben. Trotzdem empfiehlt sie allen Autofahrern, den Bereich bis Mittwoch weiträumig zu umfahren. Und sie fordert dazu auf, sich an die Verkehrsregeln zu halten. „Uns erreichen immer wieder Beschwerden von den Bauarbeitern, dass sich Autofahrer nicht an die Einbahnstraßenregelung halten.“ Das erschwere die Arbeiten, sagte sie.

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