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Ellerbeker Lackiererei : „Das ist keine große Giftschleuder“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Runder Tisch: Ingenieurbüro legt erste Einschätzung zur Immissionsbelastung vor.

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Acht Jahre lang hat Nachbarin Karin Aewerdieck auf diesen Tag gewartet. Am Donnerstagabend war es so weit: Vertreter der Gemeinde Ellerbek und des Amtes Pinnau, Nachbarn der Ellerbeker Lackiererei und einer der Geschäftsführer des Betriebs sowie Professor Jörg Oldenburg versammelten sich am Runden Tisch.

Letzterer war als Sachverständiger damit beauftragt worden, anhand der Geschäftsbücher und der örtlichen Gegebenheiten die Geruchs- und Immissionsproblematik, die durch das Lackieren im Betrieb besteht, in Zahlen auszudrücken. Das Ergebnis: „Es wird davon ausgegangen, dass im vorliegenden Fall der Wert der maximalen Arbeitsplatzkonzentration (MAK) der Einzelkomponenten in der Abluft in der Regel nicht erreicht wird“, heißt es in dem Schriftstück, das unserer Redaktion vorliegt.

Sowohl Ellerbeks Bürgermeister Günter Hildebrand (Foto links) als auch Detlev Brüggemann (Foto rechts), Verwaltungschef des Amtes Pinnau, werten das als Signal, dass es seitens der Gemeinde und der Verwaltung „keinen konkreten Handlungsbedarf“ gebe. „Wir haben nach diesen Ausführungen nicht das Gefühl, dass nebenan die große Giftschleuder steht“, sagt Brüggemann. Oldenburg habe als Sachverständiger glaubhaft darstellen können, dass die Konzentration der Stoffe, die möglicherweise die Gesundheit beeinträchtigen können, so schnell so verdünnt sei, dass sie keine Gefahr mehr darstellten, so der Amtsleiter.

Oldenburg schlug in der Besprechung vor, die Kosten für den Einbau eines Aktiv-Kohle-Filters ermitteln zu lassen. „Damit können sowohl die Gerüche als auch deren Trägerstoffe herausgefiltert werden“, erklärt der Fachmann. Diese Maßnahme sei allerdings freiwillig, eine Verpflichtung dazu gebe es nicht. Die Besprechung wertete Oldenburg als „positives Signal“, gemeinsam eine Lösung zu finden.

Aewerdieck ist in erster Linie zufrieden, Gehör gefunden zu haben. „All diese Berechnungen hätten angestellt werden müssen, bevor die Betriebsgenehmigung erteilt wird“, bemängelt sie jedoch. Ihr nächster Schritt: Die Begutachtung des Ergebnisses durch einen Umwelttoxikologen.

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