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Pinneberger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 04:11 Uhr

Bönningstedt : Das ist die „Amts“-Ärztin

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Allgemeinmedizinerin Dr. Frauke Bohlmann startet Praxisbetrieb im alten Amtsgebäude.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2013 | 11:00 Uhr

Es kommt nicht von ungefähr, dass Frauke Bohlmann heute den weißen Arztkittel trägt: „Mein Vater war Hausarzt, ich habe als Kind besonders gern mit Beipackzetteln gespielt“, erzählt sie. Schon im zarten Alter von acht Jahren habe sie der erkälteten Schwester helfen wollen und in Vaters Schubladen nach einem Hustensaft gesucht, berichtet die Medizinerin und schmunzelt.

Seit Anfang der Woche hat die 44-Jährige den linken Flügel des ehemaligen Bönningstedter Amtsgebäudes bezogen. Dort, wo einst das Standesamt war, sind jetzt Patientenliegen, Schreibtische, Labor und Wartezimmer zu finden. „Es fühlt sich super an, hier zu sein“, sagte Bohlmann. Und das, obwohl einiges noch nicht so richtig funktioniere. „Immerhin haben wir inzwischen Telefon“, sagt die Ärztin, die gemeinsam mit ihrem Mann Volker Bormann den Umbau des ehemaligen Amtsgebäudes intensiv begleitete.

Etwa 700 000 Euro lässt sich die Gemeinde Bönningstedt die baulichen Veränderungen kosten. Der Eingangsbereich, insbesondere die Tür und die komplette Schließanlage, werden erneuert, ein Behinderten-WC eingebaut, der Fußweg zum Gebäude neu gepflastert. „Es sind noch ein paar Arbeiten auszuführen, aber bis jetzt sind die Patienten alle sehr nett und ganz entspannt“, so Bohlmann.

Sechs Jahre dauerte ihr Medizinstudium, die Doktorarbeit schrieb sie über eine Studie, die den Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und der Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden. „Während des Studiums hat mich jedes einzelne Fach begeistert“, erinnert sich Bohlmann. Damit sei die Entscheidung, Fachärztin für Allgemeinmedizin zu werden, nicht mehr weit gewesen: „Ich wollte keinen Schwerpunkt festlegen, ich fand alles spannend – eben der klassische Allgemeinmediziner.“ Nach der Arbeit auf verschiedenen Krankenhausstationen, etwa Unfallchirurgie und Innere Medizin, machte sich Bohlmann selbstständig als Vertretungs- und Notärztin.

Der Liebe wegen nach Hasloh gezogen

Seit 2004 ist sie niedergelassene Ärztin. „Dazu benötigt man die Anerkennung als Fachärztin und die Kassenzulassung“, berichtet Bohlmann. Der Liebe wegen zog sie vor mehreren Jahren nach Hasloh – und pendelte fortan zwischen ihrem Wohnort und der Arbeitsstätte in Kiel.

Mit ihrer eigenen Praxis erfüllt sich Bohlmann nicht nur einen Traum, sondern kann auch ihre medizinischen Ziele verwirklichen: „Schulmedizin wo nötig, Alternativmedizin, wo möglich“, beschreibt sie ihren ganzheitlichen Ansatz.

Dazu gehören auch individuelle Beratungen bei Störungen, für die die Schulmedizin nur wenige oder keine Erleichterung anbietet. „Gegen Ängste, Stress, Depressionen und Burn-Out gibt es so viel mehr als nur Medikamente und die Couch beim Psychologen“, ist Bohlmann überzeugt.

Gezieltes Coaching als lösungsorientierte Kurzzeit-Therapie sei beispielsweise eine gute Möglichkeit, aktuell anstehende Situationen – seien es ein Vortrag oder ein Bewerbungsgespräch – zu bearbeiten. Auch mit Akupunktur und Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) beschäftigt sich Bohlmann seit vielen Jahren. „All diese Erfahrungen fließen in eine Behandlungen mit ein“, erklärt die Medizinerin. Auf dem bisher Erreichten mag sie sich dennoch nicht ausruhen. „Meine Hauptantriebsfeder ist die Neugier – und die hört nie auf.“

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