Ellerbek : „Das ist das Ende der Kreidezeit“

Reiner Offick  von der Herstellerfirma zeigt den Schülern, wie sie das bearbeitete Bild als Datei abspeichern können.
Reiner Offick von der Herstellerfirma zeigt den Schülern, wie sie das bearbeitete Bild als Datei abspeichern können.

Ellerbeker Hermann-Löns-Grundschule nimmt erste interaktive Schultafel in Betrieb. Die Finanzierung haben Schulverein und Gemeinde übernommen.

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31. Januar 2015, 16:00 Uhr

Ellerbek | „Alles, was man am Computer machen kann, ist auch am Smartboard möglich“, fasst Reiner Offick, Geschäftsführer des Instituts für Kommunikation und Entwicklung, nach fast zwei Stunden zusammen. Aufmerksam hatten Thorina Nielsen, Schulleiterin der Ellerbeker Hermann-Löns-Grundschule, Schulsozialpädagogin Vicky Lodemann, mehrere Lehrer und die Klassensprecher der dritten und vierten Klassen, die den Schülerrat bilden, zugehört, zugeschaut und das nagelneue Smartboard ausprobiert.

Die Anschaffung im Wert von 5000 Euro war zuvor mit dem Schulverein, dem Kollegium und dem Schülerrat abgestimmt worden. „Alle waren dafür, dass der Überschuss aus dem Adventsbasar von 2500 Euro hierfür verwendet wird“, berichtet Nielsen. Den Rest habe die Gemeinde dazugelegt.

Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten begeisterten Lehrer wie Schüler. „Das Board ist Leinwand, Fernseher oder Kino – ganz wie ihr es gerade braucht“, erläuterte Offick. Die Benutzeroberfläche ist ähnlich wie bei einem Computer und mit der sogenannten Touchscreen-Technik ausgestattet. Das heißt, dass Funktionen per Antippen auf der interaktiven Tafel bedient werden können. „Wenn ich etwas mit dem Finger aufschreibe, kann ich es danach markieren und in Druckschrift verwandeln“, demonstriert Offick. Werde beispielsweise ein Tier auf die Fläche projiziert, können mit Linien und Buchstaben die Körperteile benannt werden. Oder etwa bei einem Stadtplan wichtige Bauwerke benannt werden. „Wenn die Klasse das gemeinsam erarbeitet hat, kann das Ergebnis wiederum abgespeichert und ausgedruckt oder als Datei per E-Mail versandt werden“, erklärte Offick. So könnten eigene Unterrichtsmaterialien erstellt und für die ganze Klasse verfügbar gemacht werden.

Die Resonanz der Schüler lässt keinen Zweifel daran, dass sie der neuen Technik offen gegenüberstehen: „Das Touchscreen ist super“, sagt Michael (10), während Paul (10) besonders gut gefällt, dass Bilder ausgeschnitten, beschriftet und weiterverwendet werden können.

Tom (8) dagegen ist ganz pragmatisch: „Ich finde das besser, weil es dann keinen Tafeldienst mehr gibt und die Hausaufgaben schneller kontrolliert werden können.“ Den Stift in die Hand zu nehmen und einfach losmalen zu können gefällt Luisa (9) am Besten und Lara (9) findet das Smartboard „Einfach nur cool.“

Einzig Energie-Detektivin Menja bemängelt, dass der Stromverbrauch im Vergleich mit der normalen Schultafel viel höher ist. „Dann schalten wir schnell in den Energiespar-Modus“, schlägt Offick vor und zeigt den Schülern, wo diese Funktion zu finden ist.

„Die Hermann-Löns-Schule stellt sich der Herausforderung, digitales Lernen in der Grundschule einzuführen“, betont Nielsen. Schon mit der Anschaffung eines Klassensatzes von Tablet-Computern sei der erste Schritt gemacht worden. „Unser Ziel ist jetzt, alle Klassen mit einem Smartboard auszustatten. Bereits nach den Sommerferien soll die nächste Klasse ins digitale Zeitalter eintauchen. „Das ist das Ende der Kreidezeit“, sagt Lodemann und lacht. Die Schulsozialpädagogin begleitet das digitale Lernen, denn: „Den Schülern Medienkompetenz zu vermitteln ist ein wichtiger Teil meiner Aufgabe.“

Auf die Anstrengungen der Ellerbeker Schule wurde inzwischen Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) aufmerksam: Sie lud Nielsen und Lodemann ein, bei einem Austausch über die Erfahrungen an der Schule zu berichten. Ellerbek wiederum will sich als Modellschule bewerben, um mit Hilfe des Fördertopfs der Ministerin schon bald alle Klassenzimmer digital aufzurüsten.

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