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XXL-Pläne in Pinneberg : Das ist das 100-Millionen-Euro-Projekt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Internationale Privatschule, Vier-Sterne-Hotel sowie Sport- und Schwimmhalle sind geplant. Bildungsträger Wabe mit an Bord.

Pinneberg | Die Pläne des Hamburger Bildungsträgers Wabe nehmen Gestalt an: Auf dem Areal der ehemaligen Eggerstedt-Kaserne in Pinneberg sollen ein Campus mit einer internationalen Privatschule sowie eine Sport- und Schwimmhalle entstehen. Mit an Bord sind die Life School GmbH, die Erfahrungen aus dem internationalen Schulbereich mitbringt, und die RIMC-Gruppe, die in der Nähe des Campus ein Vier-Sterne-Hotel mit mehr als 100 Zimmern bauen will. RIMC-Geschäftsführer Gert Prantner und die Projektentwickler stellten das Konzept des 100-Millionen-Euro-Projekts am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung erstmals vor.

Wie berichtet, hatte Pinneberg die Eggerstedt-Kaserne 2013 vom Bund erworben – und sieben Hektar Bauland anschließend für 1,4 Millionen Euro an die Kieler Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) verkauft. Während im Westen des Areals 250 Wohneinheiten entstehen, will die Wabe ein Bildungszentrum im östlichen Bereich errichten. Eine Kindertagesstätte hat dort bereits ihre Arbeit aufgenommen. Eine Akademie für Erzieher soll ebenfalls auf dem Areal gebaut werden. Die Wabe habe außerdem erkannt, dass die Flächen ein großes Potenzial bieten. „Solche Grundstücke bekommen wir in Hamburg nicht. Es ist ein gigantisches Projekt. Wir haben gesehen, dass dieses Gelände ein Magnet für Pinneberg ist“, sagte Gabriele Gramann von der Wabe.

Elf Gebäude sollen zunächst auf dem 63.000 Quadratmeter großen Areal entstehen, wie Thorsten Schütte, Geschäftsführer von Premero, im Ausschuss erklärte: unter anderem eben jene genannte internationale Schule, ein Welcome Office, ein Bistro, eine Drei-Feld-Sport- und Schwimmhalle, die auch von örtlichen Vereinen genutzt werden soll, zwei Übernachtungshäuser, ein Parkhaus mit begrünter Fassade und ein Blockheizkraftwerk. Um den typischen bukolischen Campus-Charakter zu bewahren, werden Bestandsbäume und Gehölze erhalten und zusätzliches Grün angepflanzt. „Es ist eine Riesenchance für Pinneberg“, sagte Schütte. 2000 bis 2500 Menschen werden sich auf dem Campus täglich tummeln.

Das sieht auch Gert Prantner so: Auf der gegenüberliegenden Seite des Campus, getrennt durch eine Straße, auf der Tempo 30 vorgesehen ist, soll das Luxushotel gebaut werden. „Es ist ein wunderbares Konzept. Sie brauchen jemanden, der die Stadt vermarktet. Wir realisieren das Hotel, wenn Sie es wollen“, richtete er die Worte an die Ausschussmitglieder. Er wolle das Hotel international einbinden. „Hoffen wir, dass die Wartezeit nicht zu lang wird.“

Geht es nach der Wabe, soll die Schule ab 2016 ihren Betrieb aufnehmen. Schütte halte es für realistisch, dass das Gesamtkonzept in dreieinhalb Jahren umsetzbar sei. Doch bevor es soweit ist, muss der Bildungsträger noch zwei Flächen auf dem Areal erwerben. Dazu werden noch Gespräche mit der Stadt zu führen sein. Außerdem sucht man noch Investoren, die sich an dem 100-Millionen-Euro-Projekt beteiligen wollen. Eines stellte Marie-Luise Stoll-Steffan, die als Beraterin fungiert, klar: „Die Schule stellt eine Bereicherung und keine Konkurrenz für die Schullandschaft im Kreis dar.“

Die internationale Schule bietet Unterricht von Klasse 1 bis zum Abitur an. Außerdem können Schüler dort das International Baccalaureate Diploma, das Internationale Abitur, absolvieren. Deswegen ist die Hauptunterrichtssprache Englisch. Ein Deutschprogramm wird ebenfalls angeboten. Zielgruppe der Schule sind sowohl internationale als auch deutsche Familien aus der Metropolregion Hamburg, deren Kinder nach einem internationalen Schulkonzept lernen wollen. Ein paar Internatsplätze stehen auch zur Verfügung. Ziel ist es, dass internationale Schüler mit lokalen Schülern zusammenkommen und so eine rasche Integration in das deutsche Umfeld gelingt. Der Träger erwartet, dass sich aufgrund der Fremdsprache überwiegend internationale Schüler anmelden werden. Es wird mit 20 bis 30 Prozent deutschen Schülern gerechnet. Im ersten Jahr sollen 60 bis 80 Schüler aufgenommen werden. Den Kindern der Wabe-Kita wird ein Reservierungsrecht eingeräumt. Langfristig sollen 700 Jungen und Mädchen die Schule besuchen. Der Antrag zur Genehmigung liegt derzeit in Kiel und soll voraussichtlich im April/Mai abgeschlossen sein. Das Schulgeld soll an die Einkommenssituation der Eltern angepasst werden. Reservierungen für das kommende Schuljahr sind bereits möglich.

Das sagen Politik und Bürgermeisterin zu dem Mega-Vorhaben

Das Projekt wurde im Ausschuss für Stadtentwicklung durch die Reihe weg positiv aufgenommen: „Eine Chance für den Standort, nach vorn zu kommen“ (CDU), „Großartiges Angebot“ (SPD), „Von Anfang an war es unser Bestreben, so ein Projekt zu haben“ (Die Grünen und Unabhängigen) und „So eine tolle Sache erleben wir nicht jeden Tag“ (Die Bürgernahen).

Auch Bürgermeisterin Urte Steinberg sieht in dem Projekt nur Positives: „Die Realisierung des Internationalen Schul-Campus ist für die Stadt Pinneberg eine große Chance und wäre ein Meilenstein für die Entwicklung. Es würde hier ein Bildungsleuchtturm mit enormer Strahlkraft weit über Pinneberg hinaus entstehen“, sagte sie gestern. Der Campus wäre ein riesiger positiver Standortfaktor für die gesamte Metropolregion Hamburg mit internationaler Sogkraft. „Auch das Hotel wäre eine große Chance für die Stadt Pinneberg und würde den Wirtschaftsstandort Pinneberg stärken und auch touristische Perspektiven eröffnen“, führte sie aus. Die Verwaltung werde die Planungen weiterhin im Sinne einer zügigen Umsetzung begleiten.

 

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erstellt am 19.Feb.2015 | 10:00 Uhr

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