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Pinneberger Tageblatt

13. Dezember 2017 | 12:30 Uhr

Pinneberg : Das Gesicht der SPD sagt Tschüs

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

„Ich habe alle Höhen und Tiefen mitgemacht“: Herbert Hoffmann nimmt nach 27 Jahren als Parteivorsitzender seinen Hut.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2013 | 16:43 Uhr

Herbert Hoffmann ist das Gesicht seit Pinneberger SPD. Ihr Chef. Seit 27 Jahren. Jetzt nimmt er seinen Hut, will nicht länger Vorsitzender der Genossen sein. Ein Urgestein sagt Tschüs, wenn auch nicht so ganz. Hoffmann bleibt Mitglied der sozialdemokratischen Ratsfraktion.

Der Abschied als Parteichef – eine Gelegenheit, zurückzublicken. „Ich habe alle Höhen und Tiefen mitgemacht“, sagt Hoffmann. Mit ernster Mine erinnert er sich an die Krise im vergangenen Jahr. Parteifreunde hatten ihn massiv angegriffen, nachdem er die Nominierung der parteilosen Bürgermeisterkandidatin Urte Steinberg gemeinsam mit der CDU auf den Weg gebracht hatte. „Keine leichte Zeit“, sagt Hoffmann. Gern erinnere er sich an die bewegten 70er Jahre. An Willy Brandt, der ihn zum Parteieintritt bewogen habe. „Mehr Demokratie wagen, damit konnte ich mich identifizieren.“ In den folgenden Jahrzehnten habe er alle sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten persönlich kennengelernt. Besonders beeindruckt habe ihn Oskar Lafontaine. Mit dem Saarländer habe er im „Cap Polonio“ sogar das eine oder andere Glas Wein geleert.

Vorstandsarbeit verrichtet Hoffmann bei den Genossen bereits seit seinem Eintritt im Jahr 1971. Zunächst hatte er sich kommunalpolitisch in Halstenbek engagiert. Nach seinem Umzug nach Pinneberg ging es im Ortsverein der Kreisstadt weiter. Ob sich die SPD mit den Jahren verändert habe? „Ja. Früher waren die Sozialdemokraten kämpferischer“, antwortet Hoffmann, der seit 1969 mit seiner aus Finnland stammenden Frau Anna-Lisa verheiratet ist, drei Kinder und vier Enkel hat. „Wir Jungen haben damals so lange diskutiert, bis die alten Genossen müde waren – und uns durchgesetzt.“

Eine andere politische Heimat als die SPD sei für ihn nie in Frage gekommen“, sagt Hoffmann. Auch nach Gerhard Schröders Agenda 2010 nicht. „Ich habe diese Politik kritisch betrachtet, sie hat uns Ortsvereinen eine Austrittswelle beschert.“ Eine sehr bedrückende Zeit sei das gewesen.

Seinem designierten Nachfolger Kai Vogel wünscht Hoffmann alles Gute. Über mangelnde Arbeit werde der sich nicht beschweren können. „Ich habe täglich etwa anderthalb Stunden nur für die Parteiarbeit aufgewendet“, sagt Hoffmann. Vor allem Mitgliederwerbung stehe auf der Agenda. Eine weitere Herausforderung des Parteichefs bestehe darin, die Interessen junger und älterer Sozialdemokraten gleichermaßen zu berücksichtigen.

Neben der Fraktionsarbeit – der 66-Jährige sitzt seit mehr als 30 Jahren im Rat – wird Herbert Hoffmann sich weiterhin in der deutsch-Amerikanischen Gesellschaft, die sich um den Draht zur Partnerstadt Rockville verdient macht, engagieren. Auch die Arbeit im SummerJazz-Förderverein führe er fort. „Das macht mir großen Spaß.“ Wie auch das Reisen. Familie Hoffmann verbringt viel Zeit in Anna-Lisas Heimat Finnland.

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