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Pinneberger Tageblatt

23. November 2017 | 14:18 Uhr

Quickborn : Das Gemeindezentrum wird neu gebaut

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Spatenstich im Frühjahr - Stillschweigen über die Baukosten.

von
erstellt am 25.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Quickborn | Die Entscheidung, das Quickborner Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh in der Ellerauer Straße 2 neu zu bauen, fiel vor vier Jahren. „Damals ließ der Kirchengemeinderat den Zustand des Gebäudes untersuchen“, berichtete Claudia Weisbarth, Pastorin und Vorsitzende des Kirchengemeinderats. Dabei habe sich herausgestellt, dass eine Renovierung deutlich kostspieliger sei als ein Neubau.

Der ist nun in greifbare Nähe gerückt: „Zur Finanzierung des Vorhabens wird ein Kredit aufgenommen“, kündigte Weisbarth an. Über die Kosten des Baus sei ebenso Stillschweigen vereinbart worden wie über das Kreditvolumen. „Das hat der Kirchengemeinderat so entschieden“, teilte die Pastorin mit.

Über den Ort und die Art des Baus darf gesprochen werden: „Das Preisgericht des Architektenwettbewerbs hat sich 2015 dafür ausgesprochen, den Entwurf von Reinhold Wuttke aus Neumünster umzusetzen“, erklärte Marco Weckbrodt, Vorsitzender des kirchlichen Bauausschusses. Wuttke sei auch für die Renovierung der Marienkirche verantwortlich gewesen.

„Wir haben die Baufeldverschiebung beantragt und genehmigt bekommen: Der Neubau entsteht auf der jetzt unbebauten Fläche an der Ecke Kieler und Ellerauer Straße“, erläuterte Weckbrodt. Das aus zwei Teilen bestehende Gemeindehaus sei in der Mitte durch einen mit Glas überdachten Gang verbunden. „Damit ist die Sichtachse zum Kirchtum gegeben“, sagte Weckbrodt.

Während der linke Gebäudeteil nur eingeschossig sein wird, bekommt die rechte Hälfte ein Obergeschoss. „Rechts befindet sich ein Saal, der auch unterteilt werden kann. Im linken Teil sind im Untergeschoss Büros, Küche und Lager untergebracht“, erklärte Weckbrodt. Im Obergeschoss gebe es Platz für das Diakonissen-Büro sowie Jugendräume und Zimmer, die multifunktional genutzt werden könnten. Die Nutzfläche des neuen Hauses beträgt 666 Quadratmeter und für Technik stehen 40 Quadratmeter zur Verfügung. „Seit Juni liegt die Baugenehmigung vor, seit September auch die Genehmigung der Kirchenaufsicht“, gab Weisbarth bekannt. Die ersten Ausschreibungen seien in die Wege geleitet worden, das Baufeld vorbereitet und notwendige Baumfällungen bereits vorgenommen worden. „Die Bäume, die jetzt auf dem Gelände stehen, bleiben dort stehen“, bekräftigte der Bauausschussvorsitzende.

Erst nach Fertigstellung des Neubaus werde das alte Gebäude abgerissen. „Die derzeitige Verwendung ist noch offen“, sagte Weisbarth. Ein Ideenwettbewerb habe ergeben, dass Wohnungsbau gewünscht sei. Platz wäre für etwa 40 Wohneinheiten. „Das muss allerdings erst noch im Kirchengemeinderat besprochen werden“, betonte die Pastorin.

 

Zustände wie einst zu König Salomos Zeiten - ein Kommentar von Ute Springer
Ausführlich und sehr detailliert wird in der Bibel (1. Könige, 6, 1-38) über den Bau des Tempels von König Salomo berichtet. „Und Salomo überzog das Haus inwendig mit lauterem Golde und zog goldene Riegel vor dem Chor her, den er mit Gold überzogen hatte,  also dass das ganze Haus ganz mit Gold überzogen war; dazu auch den ganzen Altar vor dem Chor überzog er mit Gold“, heißt es dort unter anderem. Wie viel das alles gekostet hat, wird allerdings nicht erwähnt. Insofern handelt der Quickborner Kirchengemeinderat durchaus bibeltreu im Sinne des Alten Testaments, wenn er nicht bekannt geben will, was das neue Gemeindehaus kosten wird.
Schlägt man indes die Apostelgeschichte (2, 36-37) auf, erfährt man, wie die ersten Christen ihre Gütergemeinschaft gestalteten: „Joses aber [...] der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es zu der Apostel Füßen“, ist dort zu lesen. Jeder konnte sehen und bei Bedarf nachzählen, wieviel die Gemeinschaft hatte.
Im  zweiten Korintherbrief (8, 20) schließlich fordert der Apostel Paulus: „Also verhüten wir, dass uns nicht jemand übel nachreden möge solcher reichen Steuer halben, die durch uns ausgerichtet wird;  und sehen darauf, dass es redlich zugehe, nicht allein vor dem Herrn sondern auch vor den Menschen.“  '
Das neue Testament ist meines Wissens maßgeblich für das Handeln der Christen von heute. Demnach täte die Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh gut daran, ihren 7000 Mitgliedern und allen Kirchensteuerzahlern gegenüber die Zahlen offenzulegen. Daraus so ein Geheimnis zu machen, ist peinlich und ich kann es beim besten Willen nicht verstehen. Es sei denn, es gibt etwas zu verbergen. Dass das nicht gut geht, wissen wir seit den Machenschaften des Limburger Protz-Bischofs Franz-Peter Tebartz-van-Elst.

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