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Pinneberger Tageblatt

22. August 2017 | 15:16 Uhr

Halstenbek : Das Gefühl der Schwerelosigkeit

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der 16-jährige Halstenbeker Tim Burkhart ist leidenschaftlicher Taucher. Exkursionen in Höhlen auf Mallorca.

Halstenbek | Das Gefühl der völligen Schwerelosigkeit, die unberührte Natur und die beeindruckende Technik sind das, was Tim Burkhart an seinem größten Hobby so fasziniert: Der Schüler des Halstenbeker Wolfgang-Borchert-Gymnasiums ist leidenschaftlicher Taucher.

Schon immer interessierte sich der Halstenbeker für das Tauchen und die Unterwasserwelt. Seine ersten Erfahrungen machte er  vor knapp sechs Jahren bei einem Schnuppertauchkursus auf Fuerteventura. Entschlossen, das Tauchen zu seinem neuen Hobby zu machen, begann er seine Ausbildung beim „Verband Deutscher Sporttaucher“. Etwa 500 Euro kostet die Ausbildung zum „CMAS 1 Stern“-Taucher, die den Anfängern Grundlagen für das Tauchen mit Flasche vermittelt. Nach erfolgreich bestandener Prüfung stand den ersten Tauchgängen nichts mehr im Weg, jedoch stellte er schnell fest, dass das Sporttauchen nicht ganz seinen Vorstellungen entsprach.

„Die Sicherheit reichte mir nicht aus, außerdem wollte ich einfach noch weiter gehen“, begründet Burkhart seinen Wechsel zum international aufgestellten Tauchverband „Inner Space Explorers“ (ISE), um das sogenannte technische Tauchen zu erlernen. Bei seiner ersten Ausbildung im neuen Verband, genannt „Basic of Exploration“ (BoE), erlernte er die Grundfertigkeiten im Umgang mit der Ausrüstung und das „richtige Liegen im Wasser“.

Bei seinem neuen Verband lernte er auch den deutschen ISE–Präsidenten Achim Schlöffel kennen. Schlöffel, der den Verband 2008 gründete, durchtauchte 2012 als erster Mensch den Ärmelkanal. Mittlerweile kann sich  Burkhart, 16 Jahre alt, bereits zu den Fortgeschrittenen zählen: Im vergangenen Jahr absolvierte er einen Höhlentauchkursus sowie die Prüfung zum Ausbilderassistenten auf Mallorca. Am Ende des Jahres bestand er dann noch eine Prüfung, die ihm die Verwendung eines Sauerstoff Rebreathers erlaubt. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das die ausgeatmete Luft wieder auffängt und reinigt, sodass sie erneut eingeatmet werden kann. Dadurch werden längere Tauchzeiten erreicht. „Außerdem kommt man damit viel näher an Tiere heran, da sie nicht durch die Luftblasen der ausgeatmeten Luft verschreckt werden“, erklärt Burkhart. Sein Interesse für Technik könne er gut mit dem Tauchen kombinieren.

Außer Tauchgängen im Urlaub taucht der 16-Jährige aber auch zuhause im kalten Deutschland. Möglich macht das ein komplett wasserdichter Trockentauchanzug. Getaucht wird dann zum Beispiel im Tauchzentrum Nordhausen im Norden von Thüringen oder auch in der Ostsee. In Damp untersuchte Tim gemeinsam mit einem Freund, der ebenfalls leidenschaftlicher Taucher ist, den Einfluss der Schifffahrt auf den Fischbestand und die Vegetation. Bei vorherigen Tauchgängen war den beiden aufgefallen, dass beides dort zurückgegangen war. Die Ergebnisse des Projekts, das den Namen „Project Pierport“ trägt,  werden im Internet dokumentiert.

Ein teures Hobby

Da viele Ausrüstungsgegenstände sehr teuer sind, bietet es sich für handwerklich Begabte an, gewisse Teile selbst herzustellen. Da ein Freund Burkharts eine eigene Firma mit den notwendigen Maschinen besitzt, nutzte er die Chance und baute sich seinen eigenen Rebreather. 400 Euro bezahlte er dafür – im Handel kostet das Gerät etwa 2500 Euro.

Trotz der nicht zu unterschätzenden Kosten würde der  Halstenbeker auch anderen dazu raten, das Tauchen einfach einmal selbst auszuprobieren. „Wenn man einmal davon gefasst ist, will man auch nicht mehr loslassen“, sagt Burkhart über das Gefühl der Schwerelosigkeit beim Tauchen.

Dabei verschweigt Burkhart allerdings nicht, dass sein Sport durchaus auch gefährlich sein kann. So trete  beim zu schnellen Auftauchen die sogenannte Taucherkrankheit auf, die im schlimmsten Fall sogar tödlich sein kann. Ursache für viele Tauchunfälle sei vorallem eine schlechte Ausbildung: „Beispielsweise ist es für einen gut ausgebildeten Taucher kein Problem, beim Verlust der Tauchmaske seine Ersatzmaske aufzusetzen“, so Burkhart. Jedoch müsse dieses Manöver vorher oft genug unter realen Bedingungen trainiert werden.

Damit der Halstenbeker selbst unter Wasser stets sicher unterwegs ist, trainiert er ein Mal wöchentlich im Pinneberger Schwimmbad ohne Sauerstoffflasche und zusätzlich einmal im Monat mit kompletter Ausrüstung.

Sporttauchen bezeichnet allgemein das Tauchen als Freizeitbeschäftigung, bei der die körperliche Betätigung und der Spaß an der Unterwasserwelt im Vordergrund steht, und dient als Abgrenzung vom Berufstauchen. Eine Art des Sporttauchens ist auch das sogenannte technische Tauchen. Im Gegensatz zu „normalen“ Sporttauchern setzen technische Taucher auf spezielle Atemgasgemische, die höhere Tauchtiefen ermöglichen. Zudem wählen technische Taucher schwierigere Bedingungen, wie zum Beispiel das Erforschen von Unterwasserhöhlen. Beim technischen Tauchen wird besonders großer Wert auf die Ausrüstung gelegt: Die lebenswichtigen Ausrüstungsgegenstände, wie beispielsweise die Maske, sind immer zweifach vorhanden, um größere Sicherheit zu erreichen. is-expl.com/explorations/17
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erstellt am 15.Feb.2015 | 15:00 Uhr

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