„Zivile Möglichkeiten ausschöpfen“ : Das Friedensnetzwerk warnt: Die Mahnung ist immer noch aktuell

Von Rathausplatz marschierte der Demonstrationszug erst durch die Wedeler Innenstadt und anschließend über die Schulauer Straße.
Von Rathausplatz marschierte der Demonstrationszug erst durch die Wedeler Innenstadt und anschließend über die Schulauer Straße.

Ostermarsch in Wedel: 150 Menschen demonstrieren für den Frieden.

shz.de von
18. April 2017, 16:15 Uhr

Wedel | „Ostermärsche sind von Anfang an Mahnungen gegen die tödliche Gefahr der Atomwaffen gewesen. Und sie müssen es leider noch heute sein.“ Irmgard Jasker vom Friedensnetzwerk Kreis Pinneberg hat am Sonnabend in ihrer Begrüßung an die ersten Jahre der Ostermärsche erinnert. „Wir müssen wieder mahnen, ob es regnet oder schneit“, forderte sie die Teilnehmer der Kundgebung auf. „Krieg ist nie die Lösung!“ – unter diesem Leitspruch fanden sich am Sonnabendvormittag etwa 150 Menschen zum traditionellen Ostermarsch auf dem Wedeler Rathausplatz ein.

Mit deutlichen Worten kritisierte Jasker die Bezeichnung der Bombe, die das US-Militär vor wenigen Tagen auf Afghanistan abwarf: die „Mutter aller Bomben“. Sie stehe für Tod und Verderben statt für Leben und Schutz. „Mütter schenken Leben. Wir wehren uns gegen diese perfide Verkehrung aller Werte und Begriffe in ihr erschreckendes Gegenteil“, empörte sich Jasker unter dem Beifall der Zuhörer.

Propst fordert Stopp der Waffenunterstützung

Propst Thomas Drope vom Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein forderte ein Stopp der Waffenunterstützung für Syrien. „Selbst wer innerlich vor Wut nach Rache schreit, weil er auf Bildern die vergifteten toten Kinder gesehen hat, muss sich im Namen der Zivilisation, in der wir leben wollen, doch an die vernünftigen, selbstgesetzten Regeln halten wollen, die die internationalen Verfahren zur Ahndung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorsehen“, mahnte der Geistliche. Es gebe genug zivile Möglichkeiten, ein Land vom Krieg gegen die eigene Bevölkerung abzubringen, die auch in Syrien längst nicht alle ausgeschöpft worden seien.

Nach der Kundgebung marschierten die Teilnehmer durch die Innenstadt von Wedel zum Theaterschiff Batavia, wo ein Fest mit Musik und Diskussionen gefeiert wurde.

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