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Durststrecke im fünften Jahr : Das Freiwilligen-Forum hat zu wenig Engagierte

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nachbarschaftshilfe - derzeit sind nur sieben Helfer aktiv, die sich jetzt zu einem Treffen im Vereinsraum der Turnhalle an der Bönningstedter Grundschule zusammenfanden.

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2017 | 14:00 Uhr

Bönningstedt | Im Alter gehen einige Dinge sehr viel schwerer von der Hand. Im Sommer regelmäßig den Rasen mähen, jeden Tag frische Lebensmittel einkaufen, Besuche beim Hausarzt und auch die Spaziergänge fallen immer schwerer. Als Stütze für Bönningstedter Bürger, die auf Hilfe angewiesen sind, sieht sich das Freiwilligen-Forum. Im Herbst 2012 gegründet, bieten die Mitglieder unbürokratische Hilfe im Alltag der Mitbürger an.

Das Bönningstedter Freiwilligen-Forum wurde im Herbst 2012 gegründet. Dabei geht es um unbürokratische Hilfe im Alltag für Mitbürger. Geleistet werden die Dienste ehrenamtlich von Menschen, die Freude daran haben, anderen zu helfen.

Derzeit sind sieben Helfer aktiv, die sich am Dienstag zu einem Treffen im Vereinsraum der Turnhalle an der Bönningstedter Grundschule zusammenfanden. „Unser jüngster Helfer ist 16 Jahre alt, mäht den Rasen und geht für die Menschen einkaufen, die dies nicht mehr tun können“, sagte Dr. Eckhard Johannes, Initiator des Forums. Durch Umzüge und Wiedereinstiege in den Beruf sind einige Helfer nun nicht mehr dabei. Doch Johannes hofft weiterhin auf Unterstützung aus der Gemeinde und neuer Freiwilliger.

„Wir haben unsere Arbeit bei der Seniorenweihnachtsfeier im Dezember vorgestellt. Leider war das Echo nicht sehr groß“, sagte er den anderen freiwilligen Helfern – Monika Schadendorf, Gisela Gröning, Lore Rohde und Brigitte Frederich – während ihres Treffens am Dienstag. Vor einiger Zeit habe sich jedoch ein neues Mitglied eingefunden. „Das ist toll. Darüber können wir uns sehr freuen“, betonte Johannes. Doch reichen würde das noch nicht. Das Forum sucht weiterhin nach Freiwilligen. Jeder, der mitmachen möchte, kann dies laut Johannes in dem zeitlichen Umfang tun, den er zur Verfügung hat. Zwei Stunden in der Woche seien bereits ausreichend. „Mehr ist natürlich möglich“, sagte Johannes.

Das Freiwilligen-Forum verstehe sich nicht als eine gewöhnliche Nachbarschaftshilfe. „Wir sind nicht dafür da, beim Umzug zu helfen“, betonte Schadendorf. Vielmehr ginge es auch darum, Angehörige, die zu Hause ihre Familienmitglieder pflegen und versorgen, zu entlasten und eine Stütze zu sein. „Es geht um kleine Handreichungen“, sagte Johannes. Mit der Zeit habe Schadendorf jedoch immer häufiger feststellen müssen, dass die Hemmschwelle bei den Bönningstedtern groß ist: „Sie haben eine Scheu, uns anzurufen und um eine Zeitspende zu bitten.“

Dabei fühle sich der eine oder andere mit großer Sicherheit sehr alleine. „Die Bönningstedter können gerne mutig sein, das Forum zu kontaktieren. Wir sind gerne für sie da“, appellierte Schadendorf. Dabei gehe es nicht ausschließlich darum, Erledigungen zu machen. „Teilweise bin ich auch einfach nur für sie da, spiele mit ihnen, lese etwas vor oder verbringe Zeit mit ihnen“, berichtete Schadendorf aus ihrer Erfahrung. Das Entscheidende sei, jemandem das Gefühl geben zu können, dass jemand da ist. Regelmäßig treffen sich die Freiwilligen, um ihre Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen.

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