Caspar-Voght-Schule : Das FranceMobil stoppt in Rellingen

Cyrielle Clère (vorne, Mitte) bringt Schwung in den Französischunterricht des Wahlpflichtkurses des siebten Jahrgangs.
Cyrielle Clère (vorne, Mitte) bringt Schwung in den Französischunterricht des Wahlpflichtkurses des siebten Jahrgangs.

Von September 2017 bis Juni 2018 tourt Cyrielle Clère durch Norddeutschland.

shz.de von
15. Dezember 2017, 16:30 Uhr

Rellingen | Cyrielle Clère steht mit einem entwaffnenden Lächeln vor 19 Schülern des siebten Jahrgangs, die ihr konzentriert zuhören, und stellt sich vor - auf Französisch. „On parle le français aujourd’hui! D’accord?“, beginnt Clère und bringt damit zum Ausdruck, dass nur Französisch während der 45 Minuten gesprochen wird. Das FranceMobil ist unterwegs und macht Halt an der Caspar-Voght-Schule in Rellingen.

Es ist ein Programm des Deutsch-Französischen-Jugendwerkes, des Institut Français Deutschland, der Robert Bosch Stiftung mit Unterstützung der Renault Deutschland AG, dem Verlagshaus Klett und dem deutsch-französischen Institut Erlangen. Es dient dazu, den Französischunterricht an Schulen zu unterstützen und aufzupeppen. Oft sind die Schüler dem Konjugations- und Vokabel-Trott verfallen und finden Fremdsprachen grundlegend doof. Das FranceMobil bringt frischen Wind in die Unterrichtsräume und zeigt auf spielerische Art und Weise, wie viel Spaß es machen kann, eine andere Sprache zu sprechen. Zwölf dieser Mobile fahren durch Deutschland.

Von Dänemark bis zur polnischen Grenze

Clère ist mit ihrem in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. „Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Kinder sind. Ich decke den Bereich von der Grenze zu Dänemark bis zur Grenze mit Polen ab. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es viele Kinder, die von Haus aus schon Polnisch oder Russisch sprechen. Sie haben oft eine abwehrende Haltung dem Französischen gegenüber. Und da beginnt meine Aufgabe: Ich versuche ihnen auf eine angenehme Art Lust auf das Erlernen einer weiteren Sprache zu machen“, sagt Clère.

Die 22 Jahre alte Französin kommt aus Besançon, der Geburtsstadt Victor Hugos. Für ihr Studium der Germanistik ist sie nach Lyon gegangen. Das erste Jahr im Master hat sie bereits abgeschlossen. „Das zweite beginnt für mich im kommenden Jahr. Ich wollte aber vorher meinen Horizont erweitern, um mir klarer darüber zu werden, was ich nach Abschluss meines Studiums machen möchte“, berichtet Clère, „Mit dem FranceMobil unterwegs zu sein ist eine tolle Erfahrung. Ich sehe bis zu 100 Kinder und Jugendliche an einem Tag. Es macht Spaß, ihnen die Welt der gesprochenen Sprache zu zeigen und mit ihnen zu spielen.“

45 Animationen vorbereitet

Seit September tourt die junge Französin durch Norddeutschland, bis Juni wird sie unterwegs sein. 45 Animationen hat sie bisher schon für Schulklassen und Französischkurse vorbereitet und durchgeführt.

An der Caspar-Voght-Schule kommen die Jahrgänge sieben bis zehn jeweils 45  Minuten in den Genuss des animierten Französischunterricht. Spielerisch wird das Hörverstehen und eigenständiges Sprechen durch Spiele geübt, ohne dass die Schüler es richtig mitbekommen. In zwei Teams, Marseille und Paris, treten die Schüler in Schätz- und Wissensfragen gegeneinander an. Clère fragt, wie viele Menschen auf der Erde Französisch sprechen, in wie vielen afrikanischen Ländern Französisch gesprochen wird und eine musikalische Aufgabe gibt es auch. In dieser müssen die Schüler einzelne Worte in Rap Songs verstehen.

Die Caspar-Voght-Schule möchte auch im kommenden Jahr wieder Besuch von dem FranceMobil bekommen. Sofern sie angenommen werden. Clère erklärt dazu: „Ich habe zwischen 80 und 90   Schulen bis Juni auf der Warteliste. Alle kann ich nicht besuchen, denn ich habe nur Kapazität für drei Schulen pro Woche.“

Das FranceMobil kommt bei den Schülern an. Das Fazit am Ende der Einheit lautet: Es hat Spaß gemacht, weil es etwas anderes war, als nur Grammatik zu üben. Teilweise war es auch sprachlich besser zu verstehen, weil man beim Spielen gar nicht so mitbekommen hat, dass man Französisch spricht und hört. Grund genug also, dass das FranceMobil bald wiederkommen muss.

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