Bönningstedt : Das Ende der VHS ist beschlossen

Mitglieder des Amtsausschusses beschließen nach jahrelangem Streit, die Einrichtung zum 31. Dezember zu schließen.

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17. Juli 2015, 16:30 Uhr

Bönningstedt | Die Beschlussvorlage für die Sitzung des Amtsausschusses am Mittwochabend in Tangstedt ließ keine Optionen offen: „Der Amtsausschuss beschließt, den Betrieb der Volkshochschule Bönningstedt-Amt Pinnau zum 31. Dezember 2015 einzustellen“, hieß es dort.

Damit setzte das Gremium einen Schlusspunkt unter den Streit, der seit der Ausamtung der Gemeinden Bönningstedt und Hasloh aus dem Amt Pinnau schwelte. Für alle Beteiligten war es dennoch eine sichtlich schwere Entscheidung. Insbesondere, weil ein Lösungsvorschlag die Zukunft der VHS gerettet hätte. „Mit dem VHS-Pinneberg-Modell hätten wir den Betrieb fortführen können. Lediglich die Trägerschaft hätte sich für uns geändert“, erklärte Ausschussvorsitzender Günther Hildebrand (FDP).

Doch Hasloh und Bönningstedt wollten die Eigenständigkeit erhalten und eine neue ehrenamtliche Leitung suchen – in der Hauptsache aus finanziellen Gründen. Beide Gemeinden hatten zuvor beschlossen, den Zuschuss zum Defizit zu begrenzen. Hasloh wollte nicht mehr als 10.000 Euro, Bönningstedt maximal 30.000 Euro zahlen.

Das aber wäre für das Pinneberger Angebot nicht ausreichend gewesen: Zum errechneten Zuschuss von 63.500 Euro fehlen etwa 10.000 Euro. „Diese Differenz konnte nicht gelöst werden. Keiner war bereit mehr zu zahlen“, berichtete Hildebrand.

Zusammenarbeit mit Quickborn möglich

„Uns war klar, dass die VHS in dieser Form nicht weitergeführt werden kann“, sagte Bönningstedts Bürgermeister Peter Liske (BWG) im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Ende der VHS sei nach der Sitzung des Beirats am Montagabend absehbar gewesen.

„Es ist schade um das tolle Programm, wir wollen aber trotzdem ein Angebot aufrechterhalten“, betonte Liske. Voraussetzung dafür sei die Zustimmung der politischen Gremien in Quickborn und Bönningstedt. „Darüber werden nach der Sommerpause Gespräche zu führen sein“, kündigte Liske an. Immerhin sei jetzt der „größte Zankapfel“ der drei Gemeinden begraben. „Ich freue mich, dass für Bönningstedt diese Möglichkeit entstanden ist “, sagt Hildebrand. Es liege auf der Hand, dass Quickborn der ideale Partner für eine Synergie sei. Auch Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) sieht in der möglichen Kooperation eine „kostengünstige, vernünftige Lösung“. Ein gleichlautendes Angebot habe Hasloh bekommen.

Für Ellerbek indes ist noch alles offen. „Wir haben keinen Plan B“, sagt Hildebrand. Nach der Sommerpause werde beraten, wie und welche Kurse in der Gemeinde angeboten werden sollen. „Wir werden die Dozenten anschreiben und bitten, sich für neue Strukturen bereit zu halten“, kündigte Detlev Brüggemann, Verwaltungschef des Amts Pinnau, an. Der Verlust der Eigenständigkeit bedeute nicht, dass keine Kursleiter mehr gebraucht würden.

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