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Schulessen in Hasloh : Das Ende der Alu-Schale

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mütter in Hasloh setzen sich für die Esskultur ein. Hasloher Schüler speisen b sofort von Tellern und nicht mehr aus Aluminiumschalen.

Hasloh | Manchmal gehen Revolutionen ganz leise und ohne viel Getöse vonstatten. So wie an der Hasloher Peter-Lunding-Schule: Mit der Initiative „Foodrevolution“ erreichten die Mütter Manon Condori, Heidi-Ulrike Striebel und Katrin Roelofs gemeinsam mit dem Schulkinderbetreuungsverein und mit Unterstützung der Schulleitung, dass die 50 Kinder, die nach dem Unterricht in der Schule betreut werden, gesünderes Mittagessen bekommen. Möglich wurde dies durch die Finanzspritze der Pinneberger Kanzlei Poppe, die das Vorhaben mit 2800 Euro unterstützte.

„Die Idee, künftig Teller zu benutzen statt in Aluminiumschalen abgepackte Portionen, die stundenlang warm gehalten werden, kam uns nach einem Elternabend“, berichtete Roelofs. So begann die Suche nach einem anderen Anbieter, der schnell gefunden war. „Auf einem weiteren Elternabend haben wir den Müttern und Vätern das Konzept vorgestellt und alle waren für die Umstellung – auch wenn es mehr kostet“, sagte Roelofs.

Auch das Betreuungspersonal habe der Veränderung positiv gegenüber gestanden. „Und das, obwohl eine solche Umstellung erst einmal mehr Arbeit bedeutet“, sagte die Mutter. Blieb nur noch eine Hürde: Woher soll das Geld kommen, um eine Industriespülmaschine und Geschirr anzuschaffen?

Zufällig las Roelofs im „Tip – Tageblatt am Sonntag“ im vergangenen November den Bericht über besagte Pinneberger Kanzlei, die anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens 10.000 Euro für Schulprojekte auslobte. „Innerhalb von sechs Tagen – und Nächten – haben wir ein Konzept geschrieben, in dem wir unser Anliegen beschrieben und um finanzielle Unterstützung gebeten haben“, sagte Roelofs.

Dabei setzten die Mütter ihren Schwerpunkt nicht nur auf den Umweltaspekt und das wenig schmackhafte Essen: „Uns geht es nicht nur um die Qualität und die Nachhaltigkeit, sondern auch um die bewusste Ernährung unserer Kinder“, heißt es in dem Konzept. Der pädagogische Mittagstisch nehme ebenso soziale wie ästhetische Aspekte der gemeinsamen Mahlzeiten in den Fokus. „Gesundes Essen ist nicht zuletzt eine Basis für die Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit – und damit für die schulischen Leistungen“, betonte Roelofs. Und nicht zuletzt habe Schule auch einen Bildungsauftrag, was die Ernährung anbelangt, ist sie überzeugt. Das Konzept hatte Erfolg: Im Februar erhielten Roelofs und ihre Mitstreiterinnen die Nachricht, dass der Antrag erfolgreich war und die beantragte Summe von 2800 Euro an die Gruppe ausgezahlt wird. Dann ging alles ganz schnell. „Mit zwei Wochen Vorlauf haben wir dem vorherigen Anbieter gekündigt und ein kleines, regionales Unternehmen beauftragt“, berichtete Roelofs. Wichtig sei dabei der möglichst kurze Anfahrtsweg gewesen.

Seitdem stehen kleine Schüsseln mit Rohkost auf den Tischen und die Kinder entscheiden bei der Ausgabe der Speisen selbst, wie viel sie auf dem Teller haben möchten. „Die meisten Teller sind bei der Rückgabe leer“, hat die Mutter beobachtet. Während sie das sagt, geht eine Schülerin erneut zu den Betreuerinnen – und holt sich die dritte Portion Reis mit Gulasch.

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erstellt am 15.Mär.2016 | 12:15 Uhr

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