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Flüchtlinge in Pinneberg : Das DRK bietet Heim an

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

90 Zimmer stehen in der Wohnanlage zur Verfügung. Stadt lehnt Angebot an. Streit um Immobilie flammt wieder auf.

Pinneberg | Wohnungen statt Sammelunterkünfte: Der DRK-Kreisverband hat der Stadt Pinneberg den Vorschlag gemacht, das leer stehende Alten- und Pflegeheim des Deutschen Roten Kreuzes am Rehmen als Unterbringung für Flüchtlinge zu nutzen und für fünf Jahre anzumieten. Es ist ein Angebot in einer Zeit, in der Pinneberg dringend neue Häuser und Wohnungen für Asylbewerber sucht. Mehr als 130 Menschen aus Krisengebieten werden 2015 erwartet.

DRK-Kreisgeschäftsführer Reinhold Kinle hat seine Ideen in einem Brief, datiert vom 20. Februar, an Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) erläutert. Doch eine Antwort hat er bislang nicht erhalten, wie er gestern auf Anfrage dieser Zeitung sagte.

Marc Trampe, Sprecher der Stadt, bestätigte gestern den Eingang des DRK-Schreibens, sagte aber: „Wir streben eine Klage an. Daher sind aktuell Mietverhandlungen nicht zielführend.“ Deswegen taucht das DRK-Altenheim auch nicht in dem aktuellen Flüchtlingskonzept auf, das die Verwaltung Anfang der Woche vorstellte. Das Konzept sieht unter anderem vor, die Ernst-Paasch-Halle als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. Mit der Androhung einer Klage bekommt der Streit zwischen der Stadt und dem DRK-Kreisverband eine neue Schärfe. Seit mehr als drei Jahren steht das Alten- und Pflegeheim leer. Die Stadt pocht auf Einhaltung des Nutzungsvertrages von 1964. Sie hatte damals dem DRK das 5000 Quadratmeter große Grundstück kostenlos zur Verfügung gestellt – aber nur solange es dort ein Alten- und Pflegeheim betreibt. Eine Umgestaltung des Heims in seniorengerechte Wohnungen, wie es das DRK vorschlug, lehnte die Pinneberger Ratsversammlung bereits ab. Das DRK verlangt für Gelände und Haus 1,2 Millionen Euro von der Stadt. Sie hat ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das Gutachten der Stadt geht hingegen von einem Verkehrswert von null Euro aus.

Der Kreisgeschäftsführer wollte sich gestern zu Spekulationen nicht hinreißen lassen, warum die Stadt auf sein Angebot nicht eingehe. Er halte das leer stehende Altenheim jedoch für geeignet, denn: „Wir haben das Objekt so bewirtschaftet und beheizt, dass es jederzeit wieder bewohnbar wäre“, sagt Kinle. Auch im vergangenen Winter sei das so geschehen.
90 Zimmer ständen zur Verfügung. Im Hauptgebäude gebe es Doppelzimmer mit Balkonen und in den Gängen kleine Zimmer für jeweils eine Person. „Die Flüchtlinge hätten somit ihre Privatsphäre“, sagte Kinle.

Doch das DRK-Angebot geht noch weiter: So stellt Kinle der Stadt in Aussicht, dass sich ehrenamtliche DRK-Mitarbeiter um die Flüchtlinge kümmern, ihnen Freizeitangebote machen und beim Erlernen der deutschen Sprache helfen würden. Kinle erläuterte die Motivation des DRKs: „Die Flüchtlingsbetreuung ist eine Kernaufgabe des Deutschen Roten Kreuzes“, stellt der Kreisverbandsvorsitzende fest.

Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen. Der Finanzausschuss wird sich am 19. März und die Ratsversammlung am 26. März mit dem Thema beschäftigen. Wie die Sache auch ausgeht, Kinle stellt in dem Brief an die Bürgermeisterin klar: Das Angebot bedeute in keiner Weise, dass der DRK-Kreisverband Pinneberg irgendwelche Ansprüche gegen die Stadt aufgebe.

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erstellt am 07.Mär.2015 | 16:09 Uhr

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