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Pflanzenjägern auf der Spur : Das Deutsche Baumschulmuseum eröffnet die Saison

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Deutsche Baumschulmuseum eröffnet am Sonntag die Saison – mit einer Sonderausstellung und einem neu gestalteten Vorplatz.

von
erstellt am 28.Apr.2017 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Etwa 300 Schülern haben Heike Meyer-Schoppa, Leiterin des Deutschen Baumschulmuseums in Pinneberg, und ihr Team im vergangenen Jahr erklärt, warum Bäume in die Schule gehen. Jetzt lässt sie die SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Hölck, Beate Raudies und Kai Vogel raten, was für Pflanzen sich hinter einem Glasfenster befinden. Nur noch wenige Tage bis zur Wahl (7. Mai). Der Wahlkampf macht auch vor Rosen und Magnolien nicht Halt. Heute, am Tag des Baumes, steht ein Besuch im Baumschulmuseum an. Die einzige Einrichtung dieser Art in Deutschland an der Halstenbeker Straße 29 startet an diesem Sonntag, 30. April, in die Saison (14 bis 18 Uhr).

Viel Zeit haben die Politiker nicht. Meyer-Schoppa kürzt ihre Ausführungen ab. Dabei gibt es eigentlich so viel zu erzählen. Zum Beispiel zu Amalie Dietrich, die im 19. Jahrhundert Herbarien herstellte und verkaufte und schließlich in Hamburg landete. Als sie sich bei dem Reeder Johan Cesar VI. Godeffroy, der regelmäßig Forschungsreisende in fremde Länder schickt, als eine solche bewirbt, habe dieser sie erbost rausgeworden – auch, weil sie eine Frau war.

Dietrich war eine Pflanzenjägerin. Um die geht es in der neuen Sonderausstellung, die bis Oktober zu sehen ist. „Wir zeigen, ganz im Sinne des Museumtags ‚Spurensuche – Mut zur Verantwortung‘, woher all die vielen Pflanzen kommen, die für unseren Alltag selbstverständlich sind“, sagt Meyer-Schoppa. Ein Dschungelbaum ist zu sehen, Bonsai, Olive. Neben Dietrich hängen noch andere Pioniere, die auf der Suche nach dem „Grünen Gold“ in fremde Welten aufbrachen. So könne man den Pflanzenjägern auch begegnen, sagt Meyer-Schoppa. Auch heute seien sie noch gefragt, betont sie. „Waren es einst Kartoffelpflanzen aus Südamerika, die Hungersnöten entgegen wirkten, gilt es heute Baumarten zu finden, die dem Klimawandel und seinen Folgen trotzen.“

Mit der Sonderausstellung „Grüne Leidenschaften – Pflanzenjäger“ hofft das achtköpfige, ehrenamtliche Museumsteam auf viele Besucher. Im vergangenen Jahr waren es zwischen 2000 und 2500. Sie sollen auch wegen des neu gestalteten Außengeländes Lust auf einen Besuch bekommen. Der Pflegeaufwand sei für die Ehrenamtlichen vorher einfach zu hoch gewesen, sagt Meyer-Schoppa. Jetzt wässert eine Anlage automatisch. Ein Wabensystem im Boden ist rollstuhl- und rollatorgerecht. Eine Sitzecke lädt zum Verweilen ein. Und die alten landwirtschaftlichen Geräte wurden geordnet aufgestellt. Die Umgestaltung war dank Spenden und unterstützenden Firmen möglich. 20.000 Euro benötigt das Baumschulmuseum, das seit 1994 besteht, allein für die Fixkosten. „Da ist noch kein Ausstellungselement dabei“, sagt Schoppa. Außer Geld ist auch das Personal knapp. Allein für einen zweistündigen Schülerworkshop werden vier Helfer benötigt. Das Team freut sich über weitere Freiwillige und ist unter Telefon 04101-553085 erreichbar. „Wir werden uns für den Fortbestand dieses Museums einsetzen“, versprechen die Politiker zum Abschied. Meyer-Schoppa entgegnet lachend: „Darauf kommen wir zurück.“

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