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Kreis Pinneberg : Das Blei-Verbot stellt die Jäger vor Probleme

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schießanlage der Kreisjägerschaft muss wegen eines neuen Gesetzes umgebaut werden. Kritik an Umweltminister Robert Habeck.

Kreis Pinneberg | Die Jagdhornbläser Tornesch haben am Freitagabend die jährliche Hegeringversammlung mit Trophäenschau im Lindenhof Heist eröffnet. Die Signale für Reh, Fuchs, Maderhund, Hase, Kaninchen und Flugwild zeigten an, welche Tiere im vergangenen Jahr im Hegering IV geschossen wurden. Vor allem das Thema Schießen bewegte die Gemüter.

„Es wird noch viel experimentiert werden müssen, welche Waffe mit welcher Munition geschossen werden kann“, sagte Günter Heitmann, stellvertretender Kreisjägerschaftsvorsitzender. Denn ab dem 1. April gelte die neue Gesetzgebung, dass nur noch mit bleifreier Munition geschossen werden darf. Das bereitet den Jägern Sorgen. „Die Hersteller der neuen Munition haben uns mitgeteilt, dass sie die Tötungswirkung nicht garantieren können“, sagte Kreisjägermeister Wolfgang Heins. Er wünsche sich von den Herstellern, dass sie die Ansprüche der Jägerschaft erfüllen. „Dann erst können wir unseren Auftrag tierschutzgerecht erfüllen“, so Heins.

Kritik an den eigenen Mitgliedern äußerte Heitmann bezüglich des Schießstandes in Heege: „Was mich enttäuscht und irritiert, ist das geringe Interesse an dieser Anlage.“ Allerdings räumte er auch in der Vergangenheit auch Fehler ein. „Wir sind in die missliche Lage geraten, dass wir ab April mit bleifreier Munition schießen müssen, unser Schießstand aber nur für Blei- und Mantelgeschosse freigegeben ist“, sagte der stellvertretende Kreisjägerschaftsvorsitzende. Der Kreis habe einen Sachverständigen mit der Abnahme beauftragt. Aus Sicht der Jäger allerdings den falschen. „Ihm fehlte die notwendige Qualifikation“, so Heitmann. Es gebe bundesweit nur zwei Sachverständig, die die Panzerwände für Solidgeschosse, die zukünftig genutzt werden, abnehmen könnten. Einer davon soll sich die Anlage bereits angesehen und die notwendigen Anpassungen mitgeteilt haben. „Da müssen wir noch einmal in die Tasche greifen“, sagte Heitmann. Wie tief konnte er noch nicht beziffern. Auch die finale Abnahme durch den Kreis Pinneberg fehle noch. Denn dieser habe den von den Jägern beauftragten Gutachter bisher nicht zugelassen. „Die Jungjäger, die Mitte Mai ihre Prüfung haben, werden zunächst auf andere Schießanlagen ausweichen müssen“, ärgerte sich Heitmann.

Verband klagt über Bundespolitik

Heins rief die Jäger zur Solidarität auf: „Ich halte es für fragwürdig, was bundespolitisch passiert. Was heute in Baden Württemberg und Nordrhein Westfalen los ist, kommt übermorgen nach Schleswig-Holstein.“ Unter dem Motto „Für Land und Leute! Schluss mit den Verboten!“ hatten 3000 Jäger auf dem Stuttgarter Schlossplatz gegen Verbote und Einschränkungen im Jagdrecht protestiert. Am kommenden Mittwoch sei eine Großdemo vor dem Düsseldorfer Landtag geplant. „Ich weiß nicht, ob wir 3000 der 15.000 Jäger aus Schleswig-Holstein dazu bewegen könnten, in Kiel für das zu streiten, was wir für wichtig halten. Daher sollten wir auch unsere Freunde in anderen Bundesländern unterstützen.“ Kritik gab es auch an der geplanten Änderung des Landesnaturschutzgesetzes. Umwelt-und Landwirtschaftsminister Robert Habeck hatte angekündigt, das Betretungsrecht für abgeerntete oder unbestellte Felder zu ändern. „Was sich ein grüner Umweltminister dabei denkt, erschließt sich uns nicht“, so Heins. Heute wisse kaum jemand, wann ein Feld bestellt sei. Zudem würde das Vordringen der Menschen in die Felder die Natur wirklich stören. Er rief dazu auf, immer wieder bei den heimischen Landtagsabgeordneten nachzufragen. „Die können den Sinn auch nicht erklären“, so Heins.

Claus Kahlke, Leiter des Hegerings IV, ehrte während der Veranstaltung Peter Looft für 40-jährige Mitgliedschaft und sein Engagement als Hundeobmann. Das Amt legte er nach 19 Jahren allerdings am Freitag nieder. Der Posten wurde nicht wieder besetzt.

Frank Koelbel wurde als stellvertretender Vorsitzender wiedergewählt. Als Kassenprüfer für die kommenden zwei Jahre wählten die Jäger Robin Krohn und Rainer Behnke.

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erstellt am 16.Mär.2015 | 12:30 Uhr

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