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Pinneberger Tageblatt

20. November 2017 | 01:37 Uhr

Das Aus für die Kleiderkammer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ungenehmigte Nutzung Kreisbauamt kritisiert erhebliche Brandschutzmängel und fehlenden Rettungsweg

von
erstellt am 14.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Mit einem Schreiben des Kreisbauamts ist die Nutzung des Kellers im Bönningstedter Alten Amtsgebäudes als Kleiderkammer Geschichte: Die Nutzung sei ungenehmigt und gegebenenfalls unzulässig. Erhebliche Brandschutzmängel und ein fehlender zweiter Rettungsweg werden ebenfalls beanstandet. Bürgermeister Peter Liske (BWG) informierte am Donnerstagabend darüber den Bauausschuss und kündigte an, den Betreibern die weitere Nutzung schriftlich zu untersagen.

Schon seit längerem steht die Kleiderkammer des Willkommen-Teams auf der Tagesordnung des Gremiums. Anlass war vor Monaten der Antrag von Team-Mitglied Eckhard Johannes, einen zweiten Schlüssel für die Räume im Untergeschoss zu erhalten.

Der Grund dafür: Nachdem die Kleiderkammer des „Ellerbek Hilft“-Teams am Rugenbergener Mühlenweg wegen Bauarbeiten dort aufgegeben werden musste, hatte Johannes vorgeschlagen, beide Sammlungen zusammenzulegen. Das aber rief den Unmut mindestens einer Gemeindevertreterin hervor, die während einer Sitzung laut fragte: „Was haben wir denn mit Ellerbek zu tun?“

Und plötzlich wurde die Kleiderkammer zum Problemfall: Eine Nutzungsänderung müsse beantragt werden, der Brandschutz sei nicht ausreichend und ein zweiter Rettungsweg fehle, hieß es seitens der Verwaltung. Entsprechende Baumaßnahmen wurden im Ausschuss diskutiert. Die Kosten für die Behebung der Mängel wurden mit etwa 12  000 Euro beziffert. Die Umsetzung wurde am Donnerstagabend im weiteren Verlauf der Sitzung abgelehnt.

„Damit ist die Kleiderkammer gestorben“, sagte Johannes im Gespräch mit unserer Zeitung. Denn Ersatz-Räume gebe es nicht, der Bedarf sei zurückgegangen und das Team habe ohnehin überlegt, die Bestände nach der Wintersaison aufzulösen. Gemeindevertreter Rolf Lammert (CDU) ärgerte sich über den Vorgang: „In den Räumen wurde früher getagt und gefeiert, das ging doch auch“, sagte er. Erst, als die Kooperation mit Ellerbek bekannt geworden sei, habe es Probleme gegeben. „Das ist ein Affront gegen das Ehrenamt, es wird gar nicht erst nach Alternativen gesucht“, sagte er. Ellerbeks Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP) dankte dem Bönningstedter Team für die gute interkommunale Zusammenarbeit und kündigte an, nach einer Lösung zu suchen. „Ich bedauere außerordentlich, dass die Räume nun leider auch für die Bönningstedter nicht mehr nutzbar sind“, sagte Hildebrand.

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