zur Navigation springen

„Ich will immer gewinnen“ : Daniel Günther im Tischkicker-Interview

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der CDU-Spitzenkandidat spricht am Kickertisch über Niederlagen, Rotwein, Fernsehen und Schleswig-Holsteins größte Probleme.

von
erstellt am 30.Apr.2017 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Eine Woche vor der Landtagswahl hat Daniel Günther gezeigt, dass man ihn nicht so schnell abschreiben darf. Der CDU-Spitzenkandidat kassierte beim Interview am Kickertisch an der Seite von Redaktionsleiter Jan Schönstedt im Hinspiel eine 2:5-Klatsche. Im Rückspiel kämpfte sich das Duo dann trotz eines zwischenzeitlichen 2:4-Rückstands noch zum 5:4-Sieg. Mit den Gegnern, Peter Lehnert (CDU-Landtagsabgeordneter und Kandidat im Wahlkreis 22) sowie Redakteur Bernd Amsberg, einigte man sich am Ende auf ein Unentschieden. Damit wäre Günther am kommenden Sonntag nicht zufrieden. Er geht von einem Wahlsieg der CDU aus. Im Interview plauderte der Spitzenkandidat nicht nur über Politisches, sondern vor allem auch über Privates.

Wann haben Sie zuletzt gekickert?
Daniel Günther: Das ist anderthalb Jahre her. Ich habe auch früher nicht viel gespielt. Kickern war nicht so meins. Ich bin eigentlich Handballer. Da war ich auch ganz gut, aber dann ist mir viermal die Kniescheibe rausgesprungen.

Sind Sie eher Kneipen- oder Restaurantgänger?
Restaurantgänger.

Bier oder Rotwein?
Rotwein.

Was tun Sie, um fit zu bleiben?
Ich laufe sehr viel. Halbmarathon ist die längste Strecke, sonst tun die Knie wieder weh.

Welchem Fußballverein drücken Sie die Daumen?
Ich bin Mitglied beim FC Bayern.

Und in Hamburg – HSV oder St. Pauli?
HSV. Ich hatte bis vor drei Jahren eine Dauerkarte, dann habe ich aufgegeben. Ich bin übrigens Bayern-Fan geworden, weil ich es zu meiner Jugendzeit immer mit den Schwächeren gehalten habe – und Anfang der 80er war der HSV stärker als Bayern. Ich habe mich für den Schwächeren entschieden und würde sagen, dass war keine schlechte Entscheidung.

Wo sehen Sie sich eher: In einem Haus im Grünen oder in einer Wohnung in der Stadt?
In einem Haus mit Garten in einer Stadt. Wir haben in Eckernförde mit 830 Quadratmetern für städtische Verhältnisse ein relativ großes Grundstück.

Was war Ihr Traumberuf als Kind – wollten Sie Politiker werden?
Das wäre mir nicht im Traum eingefallen. Eher Polizist. Mein Opa war Polizist, mein Onkel auch. Ich habe auch heute noch eine große Sympathie für die Arbeit von Polizisten. Ich war jetzt öfter bei Nachtschichten mit und erlebe dort, was die Polizisten für ein Pensum haben und was sie so erleben. Das ist schon Wahnsinn – und dafür ist die Besoldung mäßig.

Welche Sachen kaufen Sie im Internet?
Fast gar nichts. Ich habe bei Ebay mal eine Karte für das Eröffnungsspiel der Fußball-WM 2006 ersteigert. Ansonsten kaufe ich fast ausschließlich im regionalen Handel. Fürs Kaufen im Internet habe ich mich bislang nicht erwärmen können. Zuletzt habe ich irgendein technisches Gerät für meine Frau gekauft mit dem man andere Geräte über die Stimme steuern kann. Das fand sie gar nicht gut und hat es verschenkt.

Wo bleiben Sie beim Zappen am Fernseher hängen?
Bei Serien. Ich habe das Gefühl, je mehr Sender ich habe, desto weniger finde ich wirklich Spielfilme.

Und bei welcher Serie sind Sie zuletzt hängen geblieben?
Ich habe mir „House of Cards“ angeguckt, weil mich irgendwann mal unsere politischen Gegner mit dem Hauptdarsteller Kevin Spacey verglichen haben. Ich dachte immer, die loben mich. Jetzt habe ich aber festgestellt, dass der in der Serie gar nicht so freundlich ist und es eher ein Vorwurf war.

Meinen Sie, dass ein TV-Duell den Zuschauern bei der politischen Meinungsbildung hilft?
Nicht alleine. Aber für viele Leute ist das eine Möglichkeit. Man muss es realistisch sehen: Nicht jeder ist politisch wahnsinnig interessiert – und da bietet ein solches Format die Gelegenheit, die Spitzenkandidaten kennenzulernen und sich selbst ein Bild davon zu machen, welche Position für einen glaubwürdiger und besser ist.

Was ist das größte Problem des Landes Schleswig-Holstein?
Der Investitionsstau im Lande. Wir haben auch Probleme im Bildungsbereich, überhaupt keine Frage. Aber dass wir keinen Straßenbau mehr hinbekommen, ist schon ein Armutszeugnis. Da hat die jetzige Landesregierung wirklich nichts gemacht.

Warum gewinnt die CDU die Wahl?
Weil wir auf die Themen setzen, die für das Land wichtig sind und den Menschen auf den Nägeln brennen. Bildung, Infrastruktur, Innere Sicherheit: Das sind die drei Highlight-Themen, bei denen Schleswig-Holstein die größten Probleme hat. Wir haben für all diese Themen die besten Lösungen.

Wo sehen Sie Peter Lehnert in Ihrem Team – auf der Tribüne oder in der ersten Mannschaft?
In der ersten Mannschaft selbstverständlich. Dieser gehört er ja auch schon seit ganz vielen Jahren an. Er ist eine wichtige Stütze in unserer Fraktion und hat einen riesigen Erfahrungsschatz.

Wie wollen Sie in den letzten Tagen vor der Wahl noch punkten – haben Sie noch einen Joker auf der Bank?
Wir haben uns personell gut aufgestellt. Für mich ist der Joker, jetzt so viel wie möglich im Land unterwegs zu sein und Menschen zu treffen, um unsere Themen unters Volk zu bringen. Mein Team ist wahnsinnig viel unterwegs und wirbt für unsere Inhalte.

Was machen Sie an Ihrem ersten Tag als Ministerpräsident?
Da freue ich mich, dass es geklappt hat und weiß, dass ich mein Versprechen gegenüber den Hochschulen eingelöst habe. Diesen habe ich zugesagt, die Hochschulen beim Ressortzuschnitt endlich wieder beim Bildungsministerium anzusiedeln und nicht ins Sozialministerium abzuschieben.

Wie gehen Sie eigentlich mit Niederlagen um?
Ich kann verlieren. Das gehört zum Sport dazu. Aber es schmerzt mich schon. Ich will immer gewinnen, das ist mein sportlicher Ehrgeiz. Nach der Wahlniederlage 2012 habe ich auch erst einmal eine Zeit gebraucht und mich ordentlich geschüttelt und wollte für mich sein. Aber ich glaube, das macht jeder so. Nach einer Niederlage will man ja nicht unbedingt von allen umringt sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen