zur Navigation springen

Die Aufgaben der Spielplatzpfleger : Damit Schaukeln nicht zum Risiko wird

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Spielplatzpfleger kontrollieren öffentliche Spielflächen. Kinder können sich im Vorfeld an den Planungen für ihr Tobe-Terrain beteiligen.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2014 | 11:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Ein Spielhäuschen, Schaukeln, eine „Holländer Drehscheibe“, ein Mini-Bolzplatz – beim Spielplatz an der Marienhöhe in Quickborn hat sich viel getan. „Das war auch notwendig, schließlich gab es vor vier Jahren hier den großen Erdfall“, erklärt Christian Glismann vom Bauhof, der mit seinem Kollegen Steve Lorenz für die Pflege der örtlichen Spielflächen zuständig ist. Der Erdfall – das war ein Ereignis im Jahr 2010, bei dem große Teile des Bodens einfach weggesackt waren. „Wir stehen hier auf einem Salzstock“, erklärt Bauleiter Fehrs. Durch Bewegungen des Grundwassers könnten so Hohlräume im Erdreich entstehen.

Rund vier Jahre ist es nun her, dass teilweise 70 Zentimeter tiefe Löcher in den Boden gerissen wurden. Nach einer notdürftigen Versorgung hatte die Stadt das Gelände zunächst zwei Jahre ruhen lassen, um den Boden zu beobachten und mögliche Nachsackungen zu vermeiden. „Dann haben wir angefangen, den Spielplatz wieder aufzubauen“, so Glismann. Ganze 24 Spielplätze gibt es in der Eulenstadt, dazu kommen noch Freiflächen, die instandgehalten werden müssen.

Für die Planungen und Neubauten ist die Stadtjugendpflege zuständig. „Wir planen unter Einbeziehung der Kinder, wie wir unsere Spielflächen gestalten wollen“, erklärt Stadtjugendpflegerin Birgit Hesse. Dabei seie man weg von der Idee des Spielplatzes als „eingezäuntem Spielkäfig“, so Hesse. „Vielmehr wollen wir die Spielorte einbinden, und, wenn möglich, naturnah gestalten“. Außer klassischen Spielplätzen sind deshalb auch Spielgeräte auf anderen öffentlichen Flächen zu finden – beispielsweise auf einem Schlenderweg zwischen Rathaus und Freibad, wo Schaukelgeräte und rund gestaltete Sitzbänke zum Verweilen einladen.

Um dem Konzept der „Spielenden Stadt“ gerecht zu werden, erarbeitet die Stadtjugendpflege Bedarfsplanungen für örtliche Spielflächen und stellt diese dann der Politik vor. „Oftmals fahren dann die Entscheidungsträger mit uns zum Ortstermin und schauen sich die Spielplätze an“, so Hesse weiter. Dann werde geplant, was ist möglich, was ist im Etat umsetzbar.

„Für Investitionen haben wir rund 60.000 Euro zur Verfügung“, erklärt sie. Bei einer Beteiligungsaktion können Kinder dann ihre Ideen und Vorstellungen aufmalen oder mitteilen. „Wir schauen uns mit den Kindern die Möglichkeiten an“, so die Stadtjugendpflegerin. Auch generationsübergreifende Gestaltung sei ein Thema. „Manche möchten gern eine Bank zum Verweilen. Anwohner haben auch schon darum gebeten, die Tischtennisplatte nicht direkt unter dem Schlafzimmerfenster aufzubauen“, so Hesse.

In den Vorbereitungen werde dann so gut wie möglich Rücksicht auf die Wünsche der verschiedenen Parteien genommen. Die Lieferung und den Aufbau der Spielgeräte übernehmen zumeist Fremdfirmen. „Allerdings können unsere Mitarbeiter auch einige Dinge selbst aufbauen, wie hier an der Marienhöhe das Spielhäuschen“, so Thomas Vorberg vom Fachbereich Tiefbau. „Danach nehmen unsere Ingenieure die Spielplätze ab“, erklärt er. Anschließend beginnt die Pflegeroutine. Einmal wöchentlich kontrollieren die Monteure Glismann und Lorenz die 24 Spielplätze im Ort. „Pro Fläche brauchen wird rund eine halbe Stunde“, so Glismann. Bei der sogenannten „Sichtkontrolle“ verschaffen sich die beiden einen Überblick über den Zustand des Spielplatzes. Liegen Flaschen herum, ist die Fläche verschmutzt? „Dann überprüfen wir die Spielgeräte auf ihren Zustand“, so Glismann. Dabei achten sie darauf, ob ausreichend Fallschutz gewährleistet ist.

„Bei einer Schaukel muss nach hinten und vorne vier Meter Platz sein, und natürlich ausreichend Sand aufgefüllt werden“, erklärt der Monteur. Ob die Schaukelketten halten, alle Schrauben fest sind und ob die Verankerungen in einwandfreiem Zustand sind – all das prüfen die Kollegen vom Bauhof einmal in der Woche. „Aber wir können auch nicht überall sein“, so Glismann. Deshalb seien vor allem die Spielplatzbenutzer in der Verantwortung, die Flächen nicht zu verunreinigen und sich an die Vorschriften zu halten. Einmal im Vierteljahr werden die Geräte gewartet – Schrauben nachgezogen, geölt und gefettet. „Und einmal im Jahr kommt die Dekra und prüft, ob alles den Maßstäben und Anforderungen entspricht“, erklärt Fachbereichsleiter Vorberg. Die DIN-Normen seien nicht ohne. „Da gibt es viel zu beachten, Geräte dürfen sich nicht kreuzen und müssen genug Abstand zueinander haben“, so Glismann. Deshalb könne man ein altes Gerät nicht einfach durch ein größeres ersetzen. „Denn das erfordert wiederum größere Abstände zu anderen Aufbauten“. Für all das sind die Monteure zuständig. „Bloß nicht für die Rasenmahd – die übernehmen Fremdfirmen“, so Glismann.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen