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Internet-Schulung für Kinder : Damit Fremde nicht alles erfahren

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Netzwerk Medienkompetenz Kreis Pinneberg schult Kinder und Jugendliche im verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet.

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Wenn die Mitarbeiter des Netzwerks Medienkompetenz im Kreis Pinneberg Schulklassen besuchen, sind sie gut vorbereitet: Sie wissen oft schon eine Menge über die Schüler – dass einer im Fußballverein spielt, der andere seinen letzten Urlaub auf Gran Canaria verbracht hat oder eine Schülerin als Babysitterin jobbt. Diese Informationen haben die Netzwerk-Mitarbeiter jedoch nicht aus Gesprächen mit Eltern, Lehrern oder Schülern selbst erhalten. Das sind Informationen, die sie übers Internet herausfinden konnten, nachdem ihnen eine Namensliste der Klasse vorlag.

„Die meisten müssen ziemlich schlucken, wenn sie erfahren, was wir im Internet über sie herausfinden können“, sagte Kreisjugendschützer Jörn Folster, der das Netzwerk gemeinsam mit seiner Kollegin Silvia Stolze koordiniert. Schließlich seien er und seine Mitarbeiter, wenn sie den Klassenraum beträten, zunächst einmal Fremde. Den Schüler können man auf diese Art jedoch bewusst machen, wie viel sie im Internet über sich preisgeben. Und dies ist eines der Anliegen des Netzwerks Medienkompetenz: Kinder und Jugendliche für einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren eigenen Daten zu sensibilisieren.

Folster sagte, dass es für Kinder und Jugendlichen inzwischen zum Alltag gehöre, ein Internet fähiges Mobiltelefon zu benutzen. „Sogar Grundschüler unterhalten sich darüber mit ihren Freunden“, sagte Folster und berichtete, dass 74 Prozent der Jugendlichen von sich behaupten würden, ohne ihr Smartphone nicht mehr leben zu können.

Durch diesen Einzug der Smartphones ins Kinderzimmer habe sich einiges geändert. „Die mobilen Geräte bieten Schülern viele Möglichkeiten“, sagte Folster. Es sei dadurch einfacher, mit Klassenkameraden in Kontakt zu bleiben, Bilder von Ausflügen auszutauschen oder gemeinsam einen Film zu drehen. Doch all das böte auch Gefahren. „Kinder und Jugendliche müssen den Umgang mit den Medien erst lernen“, sagte Folster.

Das Netzwerk Medienkompetenz wolle dazu beitragen, dass Schüler sich darüber bewusst sind, wie sie das Internet und andere Medien nutzten. Dazu gehöre auch, Informationen, die man übers Internet erfahre, in Frage zu stellen. „Medien können auch manipulieren oder Falschmeldungen verbreiten, dass möchten wir vermitteln“, sagte Folster.

Beratungsstellen helfen bei Cybermobbing

Hinzu kämen die Angriffe durchs Internet: Bereits seit einigen Jahren gebe es auch Cybermobbing unter Jugendlichen, so Folster. Dabei würden im Internet Gerüchte über das Mobbing-Opfer verbreitet oder es werde per E-Mail beleidigt. Eine Steigerung dazu stelle das sogenannte Sexting dar, die Verbreitung von Nacktaufnahmen anderer Personen. „Das ist für die Betroffenen besonders schlimm“, sagte Folster. Schließlich berühre das einen intimen Bereich, über den Kinder und Jugendliche mit Eltern oder Lehrern in der Regel nicht gern sprechen würden, um sich Rat zu holen. Hilfe böten in diesem Fall Beratungsstellen wie der Verein Wendepunkt in Elmshorn, der unter (04121) 47573 erreichbar ist.

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