Da macht Zuschauen richtig Spaß

Sekt und gute Laune: Die Schauspieler unterhielten das Publikum bestens.
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Sekt und gute Laune: Die Schauspieler unterhielten das Publikum bestens.

„Theotervereen Bossel-Hogenfiedel“ legt bei der Premiere von „Einmal Bali und zurück“ einen begeisternden Auftritt hin

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14. April 2018, 16:00 Uhr

Ein besonderes Theatererlebnis verschaffte das Ensemble des „Theotervereens Bossel-Hogenfiedel“ den Zuschauern mit der Aufführung des Stückes „Einmal Bali und zurück“ aus der Feder von Bernd Spehling, das am Donnerstag in der Johannes-Schneider-Halle Premiere gefeiert hat. Es bot kurzweilige, vergnügliche Unterhaltung und eine überzeugende Leistung der Akteure, die souverän und spielfreudig auf den Brettern agierten, „die die Welt bedeuten“.

Die launige Begrüßung nahm Regisseurin Susanne Brandis vor, die die Passagiere an Bord willkommen hieß und darum bat, die Handys auszuschalten, „damit das Schiff nicht vom Kurs abkommt“. Sie machte auch auf die Rettungsringe- und -boote aufmerksam: Wenn diese belegt seien, bleibe nichts, als sich von den Nichtschwimmern zu verabschieden. Dafür erntete sie spontanes Gelächter. Schließlich ging der Vorhang auf und es erklang die Traumschiff-Melodie. Dann war man auch schon mitten drin im Geschehen, in dessen Mittelpunkt, ob sichtbar oder nicht, Kapitän Ludwig von Ballheimer (Bernhard Schlüter) stand – auch bei dem Wortwechsel zwischen dem 1. Offizier Gerd Staumoser (Andreas Heppner) und dem Barkeeper Roger Schönfelder (Anthony Voß), der eigentlich das Schiff verlassen möchte. Grund ist der schusselige, verantwortungslose und amourösen Abenteuern nicht abgeneigte Kapitän, nach dem der Barkeeper sein erstes Magengeschwür benannt habe, wie er sagt.


Die letzte Fahrt des Kapitäns

Schließlich ließ er sich aber doch von Staumoser überreden, zu bleiben: Es sei ja ohnehin die letzte Fahrt des Kapitäns. In welcher geistigen Verfassung dieser tatsächlich war, verriet er, als er irrtümlicherweise vom Reiseziel „Singapur“ sprach: Dort sollte es aber eigentlich gar nicht hingehen. Als von Ballheimer, der sich in einem Rettungsboot mit einer Passagierin vergnügte, bei einer längst fälligen Rettungsübung abhanden kommt, begannen die Turbulenzen erst richtig. Um eine Panik an Bord zu vermeiden, steckte der 1. Offizier den Landstreicher Sigi, der die Reise bei einer Tombola gewonnen hat, in die schmucke Kapitänsuniform – und das hatte Folgen. Denn der neue „Kapitän“, anfangs von der feinen Gesellschaft nur geduldet, genoss nun sichtlich das Ansehen, das ihm nun zuteil wird . . .

Mit der Aufführung des Stückes unter der Regie von Susanne Brandis und Andreas Heppner ist dem Ensemble des „Theotervereens Bossel-Hogenfiedel“ ein großer Wurf gelungen. Es verschaffte den Zuschauern einen sicherlich noch lange nachwirkenden, begeisternden Theaterabend und trägt dazu bei, dass die zukünftigen Vorstellungen stets gut besucht sein werden.

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