Rellingen : Containerdorf kostet etwa 930.000 Euro

Schlesselmann: „Bald fünf Millionen Euro für Flüchtlinge?“

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24. Januar 2015, 16:00 Uhr

Rellingen | Anwohner der Pinneberger Straße 54 haben im Rellinger Bauausschuss gegen das Containerdorf für 48 Flüchtlinge protestiert, Gremiumschef Eckhardt Schlesselmann (CDU) scheiterte mit seinem Vorschlag, den Standort auf den selten genutzten und dreimal so großen Verkehrsübungsgarten der Caspar-Voght-Schule zu verlegen. Umsonst: Die Mehrheit der CDU – Schlesselmann enthielt sich – sowie SPD und Grüne stimmten für das 930.000 Euro teure Projekt in Egenbüttel.

38 bis 40 Container sollen laut Schlesselmann auf dem 950 Quadratmeter großen gemeindeeigenen Grundstück aufgestellt werden. Die hohe Investition, die die Gemeinde laut Votum des Fachausschusses aus Eigenmitteln aufbringt, enthält auch den Abriss des alten Lehrerwohnhauses.

Die Verwaltung hat ab sofort Planungssicherheit und kann loslegen. Voraussichtlich ab September könnten die Asylbewerber in den doppelstöckigen Bau einziehen. Der Komplex, um 180 Grad gedreht, bekommt zur Straßenseite zur Kosmetik eine Lerchenholzverkleidung.

Schlesselmann, ein Politiker, der seit mehr als 40 Jahren die Entwicklung der Gemeinde begleitet, ist unglücklich mit dem von Berlin und Kiel verantworteten Status Quo der Flüchtlingspolitik: „Rellingen ist das schwächste Glied.“ Als kleine Gemeinde, nicht die einzige, würden alle Folgen der Zuweisungen auf die Schultern der Kommunen abgeladen.

Der CDU-Politiker macht in diesem Zusammenhang eine Rechnung offen: Zurzeit würden Rellingen pro Monat etwa acht Flüchtlinge zugewiesen. Heißt: Bleibe es dabei, werde es trotz gerade erst eröffneter Unterkunft an der Tangstedter Chaussee ab Mai eng. Die Suche nach Wohnraum zur Miete laufe auf Hochtouren. „Bleibt es bei der kontinuierlichen Zuzugszahl, kämen auf die Gemeinde in weniger als fünf Jahren Kosten in Höhe von bis zu fünf Millionen Euro zu.“

Gleichzeitig appelliert Schlesselmann an die Vernunft: „Ziel muss eine feste Bauweise sein.“ Sonst würde die Gemeinde schon bald auf den ganzen Sondermüll liegen bleiben.

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