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Pinneberger Tageblatt

21. August 2017 | 14:17 Uhr

Haseldorf : Club verkauft seinen Jugendkutter

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Haseldorfer Wassersportler trennen sich von Schmuckstück. Im Fokus steht die Entschlickung des Hafens. Das Ansegeln ist für 9. und 10. Mai angesetzt.

Haseldorf | Es sind Schmuckstücke aus Holz, mit denen Generationen von Jugendlichen über die Ostsee fuhren – oft mehrere Wochen lang: die Jugendwanderkutter der schleswig-holsteinischen Wassersportvereine. Der Wassersportclub (WSC) Haseldorf hat während seiner jüngsten Hauptversammlung beschlossen, seinen Jugendkutter zu verkaufen. Es fehlt der Nachwuchs, der mit dem Schiff umgehen kann.

„Wir haben zwar genug Nachwuchs in unseren Reihen – aber keinen Jugendkutter-Kapitän“, sagt Dieter Sellmann, zweiter Vorsitzender des Clubs. Viele Jugendliche hätten kein Interesse mehr an den mehrtägigen Törns auf der Ostsee. „Früher war die Pflege des Bootes auch Anlass für kameradschaftliche Treffen. Im Winter wurde es abgeschliffen und neu gestrichen. Schadstellen wurden gemeinsam ausgebessert. Heute ist es schwer, die Jugendlichen langfristig bei der Stange zu halten“, sagt Vereinschef Volker Hauschildt. Anderen Wassersportvereinen ergehe es mit ihren Jugendkuttern ähnlich. Das Schiff der Haseldorfer ist seit acht Jahren nicht mehr unterwegs gewesen.

Eine Neuerung hat der Verein für die Liegeplatzvergabe beschlossen. 70 Prozent der Plätze gehen an Mitglieder, 30 Prozent an Gäste, die hauptsächlich aus dem Kreis Pinneberg kommen. Neu ist, dass nun auch Mitglieder melden müssen, ob und wofür sie einen Liegeplatz benötigen. Die Plätze werden nicht mehr automatisch zugeteilt. Neu ist auch eine Aufnahmegebühr für Neumitglieder von 425 Euro. Sie löst mehrere Einzelgebühren ab, die bisher zu zahlen waren. „In Summe bleibt der zu zahlende Betrag aber unverändert“, sagt Hauschildt.

Eine große Aufgabe während des laufenden Jahres wird wieder die Schiffbarmachung des Hafens sein. Dazu hat der Verein 2002 ein Arbeitsboot gekauft. Mit ihm wird im Frühjahr bei ablaufendem Wasser der Schlick aufgewühlt und im Strom des Siels abtransportiert. Zweimal täglich gehen die Vereinsmitglieder für je zwei Stunden ans Werk. So werden im März insgesamt 6000  Tonnen Schlick beseitigt, bevor die Saison beginnt. Während des Jahres kommen noch einmal 3000  Tonnen hinzu.

Erstmals hat der Club Mitglieder geehrt, die 40 Jahre und länger mit dabei sind. Zudem hat der WSC mit Sven Hagedorn, Jürgen Konau (beide Haseldorf) und Martin Koch (Haselau) drei neue Mitglieder aufgenommen.

Die Termine des Clubs: Der Hafenaufbau ist für den 18.  April und das Ansegeln als Geschwaderfahrt nach Borsfleth für den 9. und 10. Mai geplant. Eine gemeinsame Aktion mit dem Angelverein zur 825-Jahr-Feier in Haseldorf folgt am 5.  September. Das Absegeln ist für den 26.  September geplant.

Ehrungen auf der Jahreshauptversammlung:
Für mindestens 40-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Johannes Dieter Petzold, Erwin Ramin, Werner Plüschau, Ralf Pöttgen, Jürgen Kubik, Hans-Martin Schröder, Heinz-Otto Schuldt, Heinz Lüchau, Hans-Peter Dohse, Jörn Nürnberg, Jony Schlichting, Rainer Pump, Volker Hauschildt, Hans Kather, Bruno Klapp, Dieter Köhncke, Jan-Hermann Kölln, Arno Lührs, Adolf Schwarz, Wolfgang Sternberg, Helmut Weyer, Andreas Scholz.

Der Begriff „Jugendwanderkutter“ umfasst verschiedene Schiffstypen, basierend auf Baumustern der kaiserlichen Marine. In den 1950er Jahren wurde der Riss überarbeitet und den Erfordernissen der Jugendausbildung in den Segelvereinen angepasst. Das Schiff erhielt dadurch verbesserte Segeleigenschaften und wurde durch die Eindeckung vorn und achtern sowie durch fest eingebaute Auftriebskörper tourentauglich. Eine rasche Verbreitung des Bootes machte es zum Jugendschiff schlechthin. Es kann von einer sechs- bis neunköpfigen Gruppe Jugendlicher gesegelt oder gerudert werden. Der Jugendwanderkutter wurde in den 1960er Jahren vom Deutschen Segler-Verband als eigene Bootsklasse anerkannt und ist seitdem etwa 40 Mal gebaut worden. Der Neubau ist mittlerweile so teuer, dass nur noch vereinzelt neue Schiffe hinzukommen. Gebrauchtboote werden selten angeboten. Etwa 15 bis 20 Exemplare sind noch auf der Elbe rund um Hamburg aktiv, einige weitere gibt es auf Nord- und Ostsee und im Weser-Ems-Gebiet. Quelle: Segler-Verband Schleswig-Holstein

 

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erstellt am 04.Feb.2015 | 16:00 Uhr

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