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Schröder übergab den Staffelstab : Christian von Boetticher neuer Chef des CDU-Kreisverbands

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Michael von Abercron wird zum Stellvertreter gewählt.

shz.de von
erstellt am 13.Dez.2016 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Es war ein anstrengender Tag für den Christdemokraten Christian von Boetticher. Und ein sehr erfolgreicher. Bis zum Nachmittag ging es im Aufsichtsrat der Köllnflockenwerke, deren Geschäftsführer er ist, um positive Umsatzzahlen. Abends wurde er zum neuen Vorsitzenden des CDU-Kreisverbands gewählt. Und zwar mit gut 95 Prozent, einem weitaus besseren Ergebnis, als es seine Bundesvorsitzende Angela Merkel (89,5 Prozent) bei ihrer Wiederwahl einige Tage zuvor bekommen hatte.

Zuvor hatten die Christdemokraten ihren langjährigen Kreisvorsitzenden, den Bundestagsabgeordneten Ole Schröder mit stehenden Ovationen aus dem Amt verabschiedet. Er hatte mit elf Jahren so lange an der Spitze des Pinneberger CDU-Kreisverbands gestanden, wie keiner seiner Vorgänger.

Schröder wies auf die wichtigen Wahlen im kommenden Jahr hin: im Mai die Landtagswahl und im Herbst die Bundestagswahl. Und im Frühjahr 2018 steht bereits „die für uns als Kreisverband besonders wichtige Kommunalwahl an“. Deshalb hatte er, nachdem er erklärt hatte, nicht wieder für den Bundestag kandidieren zu wollen, auch ein Jahr vor Ablauf seiner Wahlzeit den Kreisvorsitz niedergelegt. „Es ist wichtig, den Staffelstab frühzeitig zu übergeben. Wir brauchen eine kontinuierliche Vorbereitung“, sagte er

Auch die Bundespolitik streifte Schröder in seiner Rede: Die Zahl der Asylbewerber sinke. Nun gehe es darum, die Menschen zu integrieren. Allerdings dürfe die Integrationskraft nicht überbeansprucht werden. Deshalb, so Schröder müssten die Menschen, die hier nicht bleiben könnten, zurückgeführt werden. Doch hier sperre sich in den Ländern auch die SPD. In Schleswig-Holstein gebe es nicht einmal Abschiebehaftplätze, Berlin habe beschlossen, praktisch gar nicht mehr abzuschieben. „Das ist ein Vorgeschmack auf das, was uns erwartet, wenn Rot-Rot-Grün im Bund regieren sollte“, sagte Schröder.

Schwieriger Wahlkampf

Der CDU-Politiker sagte einen schwierigen Wahlkampf voraus: „Die Welt ist im Umbruch. Digitalisierung und Globalisierung sind große Herausforderungen.“ Das machten sich Rechts- und Linkspopulisten zu Nutze, indem sie vermeintlich einfache Lösungen anböten. „Wir müssen unsere wertegeleitete Politik dagegen setzen und die Globalisierung mit der sozialen Marktwirtschaft gestalten“, sagte Schröder. Seine Parteifreunde rief er zur Geschlossenheit auf und bat für seine Nachfolger um die Unterstützung, die er auch stets erfahren habe.

„Tausend Dank, für das, was du für den Kreisverband geleistet hast“, sagte von Boetticher und schenkte Schröder im Namen seiner Parteifreunde einen Gutschein für ein Wochenende auf Sylt. Boetticher war bislang Stellvertreter von Schröder. Er nannte fünf wichtige Gründe für seine Bereitschaft zur Kandidatur: Die vier Landtagskandidaten Barbara Ostmeier, Peter Lehnert, Kerstin Seyfert, Birte Glismann und den Bundestagskandidaten Michael von Abercron. „Ich möchte ihnen helfen, ein gutes Ergebnis zu erzielen.“

Boetticher rief zur Auseinandersetzung mit der AfD auf, warnte allerdings vor Arroganz: „Wir müssen den Parolen Ruhe und harte Fakten entgegensetzen.“ Zudem müsse auf die Sorgen und Nöte der Menschen, die für AfD-Parolen empfänglich seien, eingegangen werden. Boetticher räumte aber auch ein, dass derzeit einiges im Land nicht optimal läuft. „Wenn ich sehe, dass Chefs großer Firmen Tausende von Menschen entlassen und sich selbst die Taschen vollstopfen, kriege ich als Mittelständler Hautausschlag.“

Politik vermittelt oft das falsche Gefühl

Auch die Politik vermittelt seiner Ansicht nach zu oft das Gefühl, dass nicht alle Menschen mitgenommen werden. Die Medien bekamen ebenfalls ihr Fett weg: Wenn die ARD über den Mord eines afghanischen Flüchtlings an einer Frau in Freiburg nicht berichte, weil das angeblich ein regionales Ereignis sei, müsse sich niemand wundern, wenn viele Menschen das Gefühl hätten ihnen würden Informationen vorenthalten.

Klar sprach sich von Boetticher für die Unterstützung von Flüchtlingen aus. „Natürlich müssen wir denen, denen das Haus weggebomt worden ist und die auf der Flucht Familienangehörige verloren haben, helfen.“ Aber auch das machte er deutlich: „Die, die bei uns Schutz suchen, müssen sich natürlich nach unseren Regeln richten und wir nicht nach deren Regeln.“

Neuer Stellvertretender Kreisvorsitzender wurde Michael von Abercron. Er freue sich sehr auf diese Aufgabe, sagte er. Und machte gleich deutlich, dass er auch künftig ein unabhängiger Kopf bleiben wird: Beim Bundesparteitag der CDU hatte er, anders als Angela Merkel, den Antrag der Jungen Union nach Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft unterstützt. „Wer hier bleiben will, soll sich auch klar dazu bekennen.“ Er sagte zu, bei dieser Linie auch künftig zu bleiben. Mit 88,24 Prozent wurde er zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt.

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