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Pinneberg : Chansonabend zum 100. Geburtstag von Edith Piaf begeistert Publikum

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hommage an den „Spatz“ von Paris - zahlreiche Besucher in der Drostei.

Pinneberg | Edith Piaf ist eine Musiklegende, bekannt wurde sie mit ihren Chansons voller Herz und Seele, die mitten aus dem Leben kamen. 100 Jahre alt wäre die Sängerin mit der markanten Stimme dieses Jahr geworden und das wollte die Chansonsängerin und Trägerin des Elmshorner Kulturpreises Anna Haentjens gebührend feiern: Ihr Programm „Hymne à l’amour“ lockte am vergangenen Freitag trotz Kälte und Nebel zahlreiche Pinneberger in die Drostei, die ausverkauft war.

Mit dabei war selbstverständlich Haentjens’ Klavierbegleiter Sven Selle sowie Akkordeonist Heiko Quistorf, der zum ersten Mal mit den beiden im Rampenlicht stand. „Das ist eine Premiere“, bemerkte Kuratorin Stefanie Fricke, die einleitende Worte sprach. „Auch das Programm feiert heute Premiere, genauso wie die Bilder an der Wand, die eigentlich noch gar nicht Vernissage hatten.“

Haentjens leitete mit Anekdoten und Zitaten aus Piafs Autobiographie sowie der Forschungsliteratur durch das Programm und erzählte von Piafs bewegtem Leben: Im Freudenhaus der Oma und bei der Zirkustruppe des Vaters großgeworden, rutschte Piaf sehr tief in die Pariser Unterwelt ab, entkam sogar nur knapp einem Mordversuch.

Doch dabei blieb es nicht, unzählige gescheiterte Affären und Ehen, eine Anklage wegen Mittäterschaft bei einem Mord, der frühe Tod der Tochter und später der des Liebhabers hinterließen Spuren – Piaf wurde nur 47 Jahre alt. Die einzige Konstante in ihrem Leben und Retter in der Not: die Musik, die genauso intensiv war wie ihr Leben. Haentjens sang dazu ihre größten Erfolge – darunter „Non, je ne regrette rien“, „La vie en rose“, „Milord“ und natürlich die namensgebende „Hymne à l’amour“ – jeweils fein abgestimmt auf den Inhalt der Anekdoten.

Anna Haentjens glänzt mit rauer Stimme

Mit ihrer rauen und dunklen Chanson-Stimme machte Haentjens den berühmten Titeln alle Ehre und begeisterte das Publikum vom ersten Lied an. Selle lieferte dazu am Klavier eine feinfühlige Begleitung voller Arpeggien und Glissandi, für den richtigen Pariser Musette-Charme sorgte aber Quistorf.

Ein Solo hatten die beiden auch vorbereitet: Gemeinsam spielten sie die Marseillaise. „Das war das einzige Stück, das Piaf kannte, als sie mit 15 Jahren zum ersten Mal in den Straßen von Paris um Geld sang“, erzählte Haentjens. „Und sie konnte auch nur die erste Strophe, machte damit aber einen ordentlichen Reibach.“

Unter Bravorufen und Standing Ovations verließen die Musiker am Ende die Bühne. Für das zweite Konzert in dieser Woche gibt es bereits keine Karten mehr, es ist restlos ausverkauft – ein großer Erfolg.

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erstellt am 10.Feb.2015 | 16:00 Uhr

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