CDU und SPD verlieren Stimmen

Vereint in der Gemeindevertretung: Wolfgang Pipping (FDP, von links), Ines Strehlau (Grüne), Jan Krohn (CDU) und Christoph Bittner (SPD).
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Vereint in der Gemeindevertretung: Wolfgang Pipping (FDP, von links), Ines Strehlau (Grüne), Jan Krohn (CDU) und Christoph Bittner (SPD).

Halstenbek: FDP Sieger mit selbst gestecktem Ziel Zweistelligkeit / Grüne gewinnen zwei Direktmandate / Rat schrumpft von 36 auf 28 Sitze

shz.de von
07. Mai 2018, 15:44 Uhr

Statt 36 sitzen künftig nur noch 28 in Halstenbeks Gemeinderat. Der Grund für die Schrumpfung liegt auf der Hand: Die CDU konnte 2013 noch in 13 Wahlbezirken gewinnen. Durch die Überhangmandate „blähte“ sich das Gremium auf. Gestern drehte sich in der Schule an der Bek mit Wahlleiter und Bürgermeister Claudius von Rüden (SPD, kleines Foto) der Wind: Künftig bestimmen mit CDU (13 Sitze), Grünen (8), SPD (7) und FDP (3) vier Parteien die Geschicke. Und keine Fraktion wird mit einer Mehrheit die anderen Parteien an die Kette legen.

Das Ergebnis: Die Christdemokraten holten 34,3 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 28,2 Prozent als zweitstärkste Fraktion. Die SPD mit 25,7   Prozent büßt 2,8 Prozent und drei Sitze ein. Die FDP jubelt über 10,3 Prozent und drei Sitze. Die Kreiswählergemeinschaft Pinneberg (KWGP) trat in vier Wahlbezirken an und katapultierte sich mit 1,4 Prozent ins Aus.

CDU-Spitzenkandidat und Parteichef Andreas Pauli sah den Sieg seiner Partei voraus. „Das war das Mindeste. Wir lagen mit allen relevanten Themen vorn. Aber wir haben mehr erwartet und sind semi-zufrieden.“

Ines Strehlau, wieder künftige Gemeinderätin für die Grünen und zugleich im Kieler Landtag, freut sich über die große Unterstützung durch die Wähler. Die positive Lage im Bund und Land für die Grünen habe aber nur einen Teil des Zuspruchs ausgemacht. „Zum größten Teil geht es um Kommunalpolitik. Halstenbeker Themen standen im Vordergrund.“ Grund zum Feiern sieht Strehlau auch noch durch ein Novum: „Wir haben erstmals zwei Direktmandate gewonnen.“

Überschäumende Stimmung dürfte bei der SPD-Wahlparty im Awo-Treff in Krupunder nicht aufgekommen sein. Spitzenkandidat und Fraktionschef Christoph Bittner, der seinen Wahlkreis 7 knapp mit 136 zu 139 Stimmen an Sönke Jonasson (CDU) verloren hat, zeigte sich ernüchtert: „Wir haben den Gegenwind aus Berlin gespürt.“ Dass sich Mehrheiten im Rat kaum verändert haben, dürfte für Bittner kein Trost sein. Die Ergebnisanalyse folge zeitnah.

„Wir haben das Ziel Zweistelligkeit erreicht und mehr als 200 Stimmen dazugewonnen.“ Wer das sagt, ist FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Pipping. Gute Argumente, klare Themen und keine unrealistischen Visionen: Die Liberalen hätten aus seiner Sicht alles richtig gemacht.

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