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20 Millionen sind „kein Schreckgespenst“ : Caspar-Voght-Schule in Rellingen - 13,825 Millionen zugesagt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Ausschuss für Bauwesen und Umwelt stimmt Investition in Höhe von 13,825 Millionen Euro zu.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Rellingen | „Sie sind heute Zeugen einer der größten Investitionen der Gemeinde Rellingen, über die wir heute entscheiden werden“, begrüßte Eckhard Schlesselmann (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Bauwesen und Umwelt, die vier Zuhörer während der Sitzung im Ratssaal. Die Gemeindevertreter votierten einstimmig für den Neu- und Umbau der Caspar-Voght-Schule. Insgesamt 13,825 Millionen Euro gaben die Politiker am Dienstagabend frei.

Auf Wunsch der Verwaltung wurde die energetische Sanierung der Grund- und Gemeinschaftsschule und der Turnhalle aus dem Beschluss ausgeklammert. „Da besteht noch Informationsbedarf in den Fraktionen. Die Details würden wir im November nachliefern“, sagte Bürgermeister Marc Trampe (parteilos). Damit würde die Investition auf 14,6 Millionen Euro steigen. Doch das dürfte noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.

„Ich sage ihnen heute schon, dass die erste Zahl vorne eine Zwei sein wird“, sagte Rolf-Rüdiger Schmidt (CDU). Die Verkehrserschließung fehle ebenso wie die Gestaltung des Außenbereichs. „Können wir uns so eine Schule leisten? Der Zug fährt und wir können ihn nicht mehr anhalten und wollen es auch nicht, aber es ist ein Thema, das sich zwischen Daumen und Zeigefinger abspielt“, sagte Schmidt. Die Oberstufe sei ein Prestigeprojekt für die Gemeinde. Zwar spare man voraussichtlich eine Million Euro pro Jahr an Schulkostenbeiträgen ein, die sonst an fremde Gemeinden fließen, aber die laufenden Kosten müssten ebenso im Auge behalten werden. „Man muss auch mal klar sagen, dass andere in der Gemeinde das Geld verdienen müssen.“

„Ich finde, das ist ein wenig mit Dreck werfen, jetzt von hohen Kosten zu sprechen“, kritisierte Gunnar Koltzk (SPD). Auch sein Parteikollege Christian-Matthias Zimmermann (SPD) konnte die Kritik nicht nachvollziehen: „Im Aufstellungsbeschluss war immer die Rede von 18 Millionen Euro. Wir sind doch keine Traumtänzer. 20 Millionen Euro sind kein Schreckgespenst, sondern eine realistische Zahl.“ Die Rellinger Gemeinschaftsschule sei die letzte gewesen, der eine gymnasiale Oberstufe genehmigt wurde. „Das spricht für eine gute Eingabe und einen guten Standort.“

„Die Anmeldezahlen sprechen für sich“, betonte auch Achim Diekmann (Grüne) die Notwendigkeit der Investition. Die Gemeinde werde dadurch zukunftsfähig. „Schule und Kita gehören zusammen. Wir haben lange für eine Oberstufe gekämpft und wer A sagt, muss auch zahlen“, sagte Diekmann. Viele Familien hätten sich aufgrund der Infrastruktur für die Gemeinde ausgesprochen.

Der Christdemokrat Schmidt ruderte zurück und wollte seine Worte nicht als Kritik am Projekt, sondern als Warnung verstanden wissen: „Die Sanierung ist sinnvoll und es ist besser, es heute als morgen zu machen. Das Problem ist, dass wir mit den Kosten allein dastehen. Wir haben gut gewirtschaftet und fast keine Schulden in der Gemeinde, andere wirtschaften auf Teufel komm’ raus und bekommen alles bezahlt.“

Nachdem Trampe bestätigt hatte, dass es wohl keine Förderung von Bund oder Land geben wird, legte Schmidt noch einmal nach: „Wir halten die Piepen zusammen und müssen dann alles selbst zahlen. Dafür müssen wir lange stricken.“ Zimmermann entgegnete: „Es ist eine Investition in die nachfolgenden Generationen. Das ist der richtige Weg.“


Bravo für Weitsicht und Courage - ein Kommentar von Dietmar Vogel

Bravo, Rellingen. Für die Courage, die Weitsicht. Ja, sogar für die Fürsorge. Und das auf Generationen hinaus. Klar, bis zu 20 Millionen Euro in die zukunftsweisende Erweiterung einer seit Jahrzehnten funktionierenden Einrichtung wie die Caspar-Voght-Schule zu stecken,  ist ein Wagnis. Denn quasi aus eigener Tasche  wird eine der größten Investitionen der Gemeinde Rellingen gewuppt. Baustart: 2019. Bravo, Rellingen. Für das Fingerspitzengefühl. Aber auch dafür, dass Klein- und Großprojekte in den kommenden Jahren nicht auf der Strecke bleiben dürfen. „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung.“ Das arg strapazierte Zitat von US-Präsident John F. Kennedy (1917-1963) passt wie die Faust auf’s Auge. Es ist „der richtige Weg“. Bravo, Rellingen.

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