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Pinneberger Tageblatt

19. August 2017 | 00:36 Uhr

Tornesch : Cannabis für den Zappelphilipp

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Tornescher Suchtberatungsstelle lädt zu einer Fachtagung über den Zusammenhang von Sucht und ADHS ein.

Tornesch | Cannabis zur Selbstmedikation: Die Sucht von Patienten, die unter der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) leiden, ist ein Thema, das noch nicht lange Eingang gefunden hat in die Forschung und auch erst seit kurzem eine Rolle spielt bei der Behandlung von Betroffenen. Die Krankheit steht im Mittelpunkt einer Fachtagung in Tornesch, die am Mittwoch, 5. November, in der ATS-Suchtberatung Tornesch-Uetersen stattfindet.

Die Mitarbeiter der Beratungsstelle laden regelmäßig zu Fachtagungen ein. Angesprochen sind ausdrücklich sowohl Interessierte, die sich fortbilden wollen, weil sie mit dem Thema beruflich zu tun haben, beispielsweise Pädagogen, als auch alle anderen, die sich informieren möchten.

Die Teilnahme kostet 15 Euro. Die Veranstaltung, bestehend aus Experten-Vorträgen, Workshops und Diskussion beginnt um 14 Uhr in der Volkshochschule, Tornescher Hof in Tornesch. Das Ende ist für 18 Uhr angesetzt.

Experten halten die gleichzeitige Drogensucht, um die Symptome des Krankheitsbildes zu bekämpfen, für bisher völlig unterschätzt. Zu den typischen Symptomen von ADHS gehören Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Besonders oft tritt das Krankheitsbild bei Kindern und Jugendlichen auf, bei Jungen häufiger als bei Mädchen.

Mit dem Thema „ADHS – Sucht – Trauma: Ursachen und Zusammenhänge“ haben die Veranstalter offensichtlich einen Nerv getroffen. 63 Anmeldungen liegen für die Workshops und Vorträge vor, die in den Räumen der VHS gegenüber von der Beratungsstelle stattfinden werden. „Das Thema ist sehr aktuell“, sagt Andreas Janke, Teamleiter der Suchtberatung. Die Problematik habe sich aus der Arbeit in der Beratungssstelle ergeben, erklärt er. Viele Klienten, die Cannabis konsumieren, hätten auch eine ADHS-Problematik.

Der Sozialpädagoge und Suchttherapeut organisiert die Veranstaltung gemeinsam mit der Suchtberaterin Ronja Plew. Sie leitet die Fachstelle „Kleine Riesen“, die sich um Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien aus dem Kreis kümmert. Ein weiterer Aspekt der Fachtagung wird der Zusammenhang zwischen einem möglichen Trauma und der Krankheit ADHS sein. Dies können sowohl Gewalterfahrungen sein, aber auch die Trennung der Eltern, oder andere traumatische Erfahrungen in der Kindheit.

Wer sich zu der Fachtagung anmelden will, kann sich an die Beratungsstelle wenden, telefonsich unter 04122-960040, per Fax 04122-960041 oder per E-Mail an such.tu@atsh-sh.de.

Das Programm der Fachtagung

  • 14 Uhr: Eröffnung und Grußworte
  • 14.15 Uhr: Vortrag zum Thema „ADHS – Chaos ohne Cannabis und Co“, Jean Hermanns, Diplompsychologe, Diplomsozialpädagoge, Leitender Psychologe der Suchttherapeutischen Abteilung des Psychatrischen Krankenhauses Rickling
  • 15.15 Uhr: Erfahrungsbericht über ADHS
  • 15.30 Uhr: Pause
  • 16 Uhr: „ADHS bei Kindern und Jugendlichen: Symptome eines Traumas“, Anne Vetter, Chefärztin der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Regio Kliniken, Elmshorn
  • 17 Uhr: Workshops
  • 17.45 Uhr: Resümee aus den Workshops
  • 18 Uhr: Ende der Veranstaltung tap
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erstellt am 30.Okt.2014 | 14:00 Uhr

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