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Gemeinsam über Kultur austauschen : Café Pino in Pinneberg wird zur Begegnungsstätte

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Immer dienstags und donnerstags kommt es im Pinneberger Café Pino an der Bahnhofstraße zum Austausch der Kulturen.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2015 | 17:00 Uhr

Pinneberg | „Hier treffen Menschen auf Menschen“, sagt Larissa Jilek. Die Mitarbeiterin des Diakonievereins Migration ist Leiterin des Flüchtlingscafés. Immer dienstags und donnerstags kommt es von 15 bis 18 Uhr im Pinneberger Pino Café an der Bahnhofstraße zum Austausch der Kulturen. Etwa 60 Ehrenamtliche und die Mitarbeiter des Diakonievereins treffen sich dann mit den Asylbewerbern aus Pinneberg und den Umlandgemeinden.

„Wir wollen so bei der Integration helfen“, berichtet Jilek. Abseits von Behördengängen und alltäglichen Problemen besteht die Möglichkeit zum zwanglosen Austausch von Mensch zu Mensch – „unabhängig von Nationalitäten oder Konfessionen“, erklärt Jilek. Das Pino Café sei eine Begegnungsstätte von Deutschen und Flüchtlingen. Zudem sollen die Deutschkenntnisse der Besucher aus Syrien, Afghanistan, Iran und vielen anderen Ländern verbessert werden. Die Flüchtlinge seien mit großem Ehrgeiz dabei, unsere Sprache zu lernen, berichtet die Leiterin. Der aus dem Iran geflüchtete Mohammad ist einer von ihnen. „I want to learn Deutsch“, erklärt der 51-Jährige. Nur dann habe er die Möglichkeit, als Elektriker oder Softwareprogrammierer zu arbeiten. Mayada (49) hat in Syrien Betriebswirtschaft studiert und träumt von einem Job in einer Bank und hofft, dass sie ihre Kinder aus Aleppo nachholen kann. Ihr ältester Sohn war bereits vor ihr hier und lebt in Duisburg. Vier weitere Kinder sind noch in Syrien.

Im Flüchtlingscafé sitzen Ehrenamtliche mit mehreren Asylbewerbern an einem Tisch und bringen ihnen in entspannter Atmosphäre wichtige deutsche Begriffe bei. Dazu sorgen die Freiwilligen dafür, dass genügend Kaffee, Kuchen und Brötchen da sind. Die Besucher können sogar noch etwas in ihre Unterkünfte mitnehmen.

An den Alltag in der neuen Heimat gewöhnen

Die Flüchtlinge haben zudem feste Ansprechpartner unter den Freiwilligen, die ihnen helfen, sich an den Alltag in der neuen Heimat zu gewöhnen. Ingrid Egberts unterstützt das Flüchtlingscafé schon seit dem Start im Januar. „Wenn Menschen Hilfe brauchen, muss ich doch mein Herz öffnen“, beschreibt sie ihre Motivation.

Das Pino Café ist für Asylbewerber längst zu einem festen Treffpunkt geworden. Häufig sind laut Jilek mehr als 100 Besucher vor Ort. Mit so einer gewaltigen Resonanz habe sie niemals gerechnet. Auch der Kreis der Ehrenamtlichen sei immer größer geworden. Deshalb haben die Freiwilligen schon Teams gebildet. Diese haben unterschiedliche Aufgaben. So ist für die Flüchtlinge Hilfe in allen Lebenslagen gesichert. Weitere Verstärkung wird aber dringend gebraucht. „Wer helfen möchte, kommt am besten dienstags oder donnerstags ins Pino Café“, sagt Jilek. Sie ist unter Telefon: 04101-3767715 erreichbar.

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