Kriminalität : Buttersäure-Anschlag auf Halstenbeker IT-Unternehmen

Durch das eingeschlagene Loch in der Fensterscheibe warfen die Täter die Glasbehälter mit Buttersäure. Ein unbeschädigtes Glas stand laut Informationen unserer Zeitung unbeschädigt auf dem Fensterrahmen.
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Durch das eingeschlagene Loch in der Fensterscheibe warfen die Täter die Glasbehälter mit Buttersäure. Ein unbeschädigtes Glas stand laut Informationen von shz.de auf dem Fensterrahmen.

In einem Internetschreiben bekannte sich die linksradikale Gruppe „Kommando X“ zu der Tat.

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20. Februar 2018, 10:00 Uhr

Halstenbek | Anschlag auf die Halstenbeker Firma Eurocommand: Unbekannte Täter haben ätzende Buttersäure ins Firmengebäude gekippt. Die Täter stammen vermutlich aus der linksradikalen Szene. Ein „Kommando X“ hat sich am Montag in einem Schreiben zu dem Anschlag bekannt. Eurocommand stellt Software her, die auch von der Polizei benutzt wird und unter anderem beim G20-Gipfel eingesetzt wurde. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Der Anschlag geschah in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag. In einem im Internet veröffentlichten Bekennerschreiben des „Kommando X“ heißt es: „Ihr nehmt uns die Luft zum Agieren, wir nehmen euch die Luft zum Atmen!“ Weiter heißt es dort: „Spätestens seit dem OSZE und dem G20-Gipfel baut die Polizei Hamburg auf eine neue Einsatzsoftware zur Echtzeitüberwachung. Den Zuschlag hat die Firma Eurocommand mit ihrer Software CommandX erhalten. 696 Bullen wurden dazu in 368 Stunden in der Anwendung des Systems über Kräftemanagement und Lagedarstellung beschult . . . In Echtzeit waren auch die Luftbilder aus den Bullenhubschraubern und die Videos von Bodycams oder Verkehrskameras abrufbar.“ Das Unternehmen Eurocommand unter Geschäftsführer Sascha Pomp ist international erfolgreich. Rettungsleitstellen, Polizei und Feuerwehren – auch im Kreis Pinneberg – nutzen flächendeckend das System.

Der Anschlag in Halstenbek wurde erst am Montag bekannt. Der Grund: Die eingeschlagene Scheibe im hinteren Teil des Gebäudes betraf Räume, die von einer Firma für Gebäudereinigung angemietet worden sind. „Der Trakt ist nicht gesichert“, sagte Pomp. „Dagegen ist unser Gebäude an der Gärtnerstraße mit einer Alarmanlage ausgestattet.“ Um Leib und Leben fürchtet Pomp für sich und seine Mitarbeiter nicht.

30 Einsatzkräfte der Halstenbeker Feuerwehr, 27 Kameraden aus Rellingen in Bereitstellung sowie 14 Spezialisten vom Löschzug Gefahrgut (ABC-Zug) waren am Nachmittag vor Ort, um unter Atemschutz den ätzenden Geruch durch die „kleinen Flecken mit großer Wirkung“, so Halstenbeks Wehrführer Andreas Roman, unter Kontrolle zu bekommen.

Der Anschlag wird von Seiten der Polizei ernst genommen. Beamte des Staatsschutzes sicherten Spuren am Tatort. Mit Gummihandschuhen wurden Beweise am einmal ein Meter großen Loch genommen.

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