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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 03:52 Uhr

Pinneberg : Buslinie ins Gewerbegebiet?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Viel Rauch um Nichts? Die CDU fordert eine ÖPNV-Anbindung der Flensburger und Haderslebener Straße. Der Nahverkehrsbeauftragter des Kreises sieht dafür allerdings kaum Chancen.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Bisher ist es ein weißer Fleck auf der ÖPNV-Landkarte. Wer im Gewerbegebiet Pinneberg-Nord, genauer gesagt in der Flensburger und Haderslebener Straße, eine Bushaltestelle sucht, wird enttäuscht. Geht es nach der CDU, könnte sich dies bald ändern.

„Um die Erreichbarkeit für Kunden und Mitarbeiter zu verbessern, ist eine Busanbindung dringend notwendig“, so Ratsmitglied Carl-Eric Pudor. Die Christdemokraten wollen deswegen in den Stadtentwicklungsausschuss am 24. September einen Antrag einbringen, mit dem die Verwaltung beauftragt wird, in Verhandlungen mit den Betreibern des ÖPNV einzutreten – und eine möglichst „kostenneutrale Lösung“ zu finden. Stichwort Kosten. Diese spielen bei der prekären Haushaltslage der Kreisstadt naturgemäß eine entscheidende Rolle. Und könnten so letztlich zu einem Stolperstein werden. Denn einem Ausbau des ÖPNV-Angebots stimmen grundsätzlich alle Fraktionen zu. „Generell gilt, dass wir den ÖPNV fördern und unterstützen, wo es Sinn macht und finanzierbar ist“, sagte SPD-Ratsherr Gerhard Thomssen im Tageblatt-Gespräch. Doch entscheidend sei, eine kostenneutrale Lösung zu finden.

Grünen-Fraktionschef Joachim Dreher verwies darauf, dass jede Maßnahme gegenfinanziert werden müsse, da sich die Kreisstadt unter dem Rettungsschirm des Landes befinde. Grundsätzlich stehe er jedoch hinter der Anbindung. Auch FDP-Fraktionschef Werner Mende ist für einen ÖPNV-Ausbau „immer zu haben“. Für ihn steht jedoch fest: „Wenn es eine wirtschaftlich interessante Sache ist, wird die Verkehrsgesellschaft die Anbindung vornehmen.“ Aufgrund der Finanzlage könne die Stadt allerdings keine Zuschüsse bereitstellen oder Kosten übernehmen.

Auch bei den Bürgernahen stößt eine Anbindung des Gewerbegebietes auf Gegenliebe. „Die Idee ist gut“, sagte der Fraktionschef Uwe Lange. Doch die Bürgernahen hätten dieses bereits in ihrem Programm zur Kommunalwahl im Mai gefordert.

„Anbindung lieber heute als morgen“

Und was sagt die Verwaltungschefin? „Ich begrüße generell den ÖPNV-Ausbau und hätte die Anbindung lieber heute als morgen“, so Bürgermeisterin Urte Steinberg. Und weiter: „Seit Anfang August bin ich mit der SVG im Gespräch, wie man die Anbindung des Stadtgebiets optimieren kann.“ Finanzielle Fragen müssten nun in Folgesprächen, auch mit dem Kreis, erörtert werden.

SVG-Geschäftsführer Claudius Mozer sieht für eine Bus-Anbindung des Gewerbegebiets derzeit allerdings kaum Chancen. „Ich sehe keine Finanzierung und auch keine vernünftige verkehrsplanerische Lösung“, sagte Mozer, der auch Nahverkehrsbeauftragter des Kreises ist. Da der ÖPNV strukturell defizitär sei, müssten die zusätzlichen Kosten übernommen werden. Mozer: „Die Stadt Pinneberg gibt traditionell kein Geld für den Nahverkehr aus und auch der Kreis hat derzeit keinen finanziellen Spielraum.“

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