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Pinneberger Tageblatt

21. August 2017 | 07:16 Uhr

Wedel : BusinessPark-Hafen als Fähranleger

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Hamburger Schiffsausrüster Becker Marine Systems plant eine neue Elbquerung für Personen und Pkw. Die Fahrten sollen ab Frühsommer 2016 im Halb-Stunden-Takt möglich sein.

Kühne Pläne für eine Nutzung des Elbufers von Wedels BusinessPark: Dienstagabend stellten Vertreter des Hamburger Schiffsausrüsters Becker Marine Systems ihre Vision einer neuen Elbquerung als „zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt“ erstmals öffentlich im Wedeler Planungsausschuss vor: Zwei Schiffe, 65 Meter lang und 14 Meter breit mit Platz für 60 Pkw und 200 Passagiere, sollen im Halb-Stunden-Takt die Elbe queren – die „Elblinien“.

Im Schnitt sind 900 Autotransporte täglich zwischen 5.30 und 22.30 Uhr geplant. Die Anlege-Stellen: das alte Fährhaus Kirschenland in Jork und der brach liegende Hafen des sanierten Wedeler Raffineriegeländes. Fahrzeit: 20 Minuten. Der Clou: Becker Marine Systems setzt mit Flüssiggas-Technik und Elektromotoren auf umweltschonende und emissionsarme Schiffe.

Als Zielgruppen nannte Dirk Lehmann, Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens, Berufspendler, Handwerker und Touristen. Lkw-Passagen schloss er definitiv aus. Die Fähren sollen maximal Kleinlaster bis 7,5 Tonnen transportieren können.

Wasser- und Schiffahrtsamt wie auch die Verkehrsministerien Schleswig-Holsteins und Niedersachsens hätten bereits positive Signale gesendet und Unterstützung in Aussicht gestellt, ließ Lehmann wissen. Um sogleich auch Vorteile für Wedel aufzuzeigen: Stichworte waren Touristen-Attraktion, Aufwertung des BusinessParks und eine Verbesserung der Verkehrsanbindung für das künftige Gewerbegebiet, von dem sich Wedel mittelfristig mehrere 1000 neue Arbeitsplätze erhofft.

„Elblinien“ sollen Sitz in Wedel haben

Auch eine sinnvolle Nutzungsmöglichkeit für den Hafenbereich wurde benannt. Die beschäftigt Wedel brandaktuell, da es für die Zuschüttung keine Genehmigung gibt und eine Sanierung zu kostenintensiv wäre. Mit dem Fähranleger könnte sich die Stadt auch der Folgekosten entledigen, so Lehmann.

Der neue Anleger-Hafen soll zum einen naturnah gestaltet werden mit Rücksicht auf das entstandene Süßwasserwatt wie auch eine öffentliche Randnutzung für Elbe-Rad- und Wanderwege. Zum anderen soll er als Schutzhafen für beide Boote bei Eisgang auf der Elbe dienen. Die „Elblinien“ plane auch, ihren Sitz in den BusinessPark zu legen, so Lehmann, der dabei auch auf dann anfallende Gewerbesteuern hinwies.

Was die mögliche Konkurrenz zur Lühe-Schulau-Fähre angeht, bei der unter anderem Wedel und Jork Gesellschafter sind und mit für den jährlichen Defizitausgleich sorgen, erklärte der Becker-Geschäftsführer: „Wir sind bereit, willens und in der Lage, die jetzige Fähre einzubinden.“ Mit den beteiligten Kommunen werde eine Übernahme verhandelt. Wenn feststehe, dass die Anleger genehmigt werden, wären die „Elblinien“ bereit, auch früher einzusteigen.

Blieb die Frage nach dem Verkehr: Durch den Fährbetrieb sei bei durchschnittlich 13 Pkw pro Tour und 26 Fahrzeugbewegungen pro Stunde „keine merkliche Mehrbelastung zu erwarten“, so Lehmann. Auch, weil intelligente Verkehrsleit- und Buchungssysteme eingesetzt würden. Der Fahrpreis steht noch nicht fest, soll sich aber an „vergleichbaren Angeboten“ orientieren, hieß es bei der Präsentation mit Blick auf Glückstadt-Wischhafen. Technisch könnten die „Elblinien“ 2016 den Betrieb aufnehmen, so Lehmann. Das Investitionsvolumen liege im unteren zweistelligen Millionenbereich.

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erstellt am 27.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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