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Flensburger Straße in Pinneberg : Bus 594 fährt ins Gewerbegebiet

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ausschuss für Stadtentwicklung beschließt zweijähriges Projekt. Stadt und Unternehmer an der Flensburger Straße teilen sich Kosten.

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erstellt am 01.Okt.2015 | 12:15 Uhr

Pinneberg | Das Gewerbegebiet an der Flensburger Straße wird bisher von Bürgern zu wenig wahrgenommen. Die Kaufkraft fehlt. Jüngstes Opfer: Expert Bening musste schließen. Doch das soll sich bald ändern. Zum Fahrplanwechsel im Dezember soll der Bus 594 ins Gewerbegebiet fahren. Das haben die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung beschlossen. Vorausgesetzt, die Verwaltung liefert bis zum nächsten Hauptausschuss einen Deckungsvorschlag. Das Projekt ist auf zwei Jahre begrenzt. Nach einem Jahr soll es einen ersten Zwischenbericht geben, so der Wunsch des Ausschussvorsitzenden Gerhard Thomssen (SPD).

Etwa 20  000 Euro kostet diese „kurze Lösung“. 10  000    Euro zahlt die Stadt, den Rest plus Umbaukosten übernehmen vier Unternehmen in dem Gewerbegebiet. Zur Initiativgruppe gehören Famila, Handwerk Zint, Tempelmann Feinwerktechnick und Grundstückseigentümerin Kerstin Schulenburg. „Diese Initiative ist großartig“, sagte Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos).

Die Zeit für eine Entscheidung drängt. Die Südwestholstein-ÖPNV-Verwaltungsgemeinschaft (SVG) braucht eine Mitteilung bis Anfang Oktober, ob die Linie verlegt werden soll. Und die Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein AG müssen den Fahrplanwechsel rechtzeitig umsetzen.

Doch die Entscheidung stand auf Messers Schneide. Mancher Politiker fühlte sich unter Druck gesetzt. Erst nach einer Sitzungsunterbrechung gab es grünes Licht. Vielleicht auch, weil zwei Vertreter von ansässigen Unternehmen zu Gast im Ausschuss waren und die Situation eindringlich beschrieben: Hauke Witt, der Famila vertritt, und Hardy Tempelmann, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma, redeten Tacheles. „Das Gewerbegebiet wird von 20 000 Pendlern auf der A 23 nicht wahrgenommen. Wir müssen den Standort attraktiver machen“, sagte Tempelmann. Witt teilte mit, dass die Geschäfte nicht gut laufen. „Dass Expert Bening schließen musste, ist ein Warnsignal gewesen. Diese Buslinie hilft dem Einzelhandel“ sagte Witt.

Das fand Gehör im Ausschuss: „Es wäre unglücklich, wenn wir es um ein Jahr vertagen würden“, sagte Andreas Meyer (CDU). Seine Fraktion sowie SPD und Grüne stimmten dafür: „Die Buslinie wird Gewerbesteuern reinspülen“, sagte Manfred Stache (Grüne und Unabhängige). Die FDP und Die Bürgernahen stimmten indes dagegen: „Glauben Sie allen Ernstes, dass man mit der Verlegung der Buslinie das Gebiet beleben kann? Das ist ein Irrglauben“, sagte Uwe Lange (Die Bürgernahen). Das Gebiet sei nie für Einzelhandel angelegt worden.

Auch Anwohner der Friedenstraße übten Kritik. Jeden Morgen gebe es Staus. Ihre Forderung: die Ausbuchtungen und Auspflasterungen müssten weg, falls der Bus käme. Die Linie 594 kommt voraussichtlich zum 14. Dezember. Die neue Fahrstrecke führt durch die Bismarckstraße, die Friedenstraße, Haidkamp, die Flensburger Straße und dann wieder auf die Quickborner Straße (L 76). Neue Haltestellen sind in der Friedenstraße im Bereich der Arge und der Hans-Claussen-Schule sowie in der Flensburger Straße in Höhe des Famila-Markts und der Firma Kemna-Bau geplant. Dafür würden die Haltestellen „Bismarckstraße“ in der Friedrich-Ebert-Straße, „Schillerstraße“, „Flagentwiete“ und „Beim Ratsberg“ in der Elmshorner Straße von dem „Kurzläufer“ nicht mehr angefahren. „Zirka 16 Fahrten in jede Richtung sind geplant“, teilt Lars Anders von der SVG mit. „Der Bus ist ein wichtiger Beitrag dazu, das Gewerbegebiet für die Zukunft fit zu machen“, sagt Pinnebergs Wirtschaftsförderer Stefan Krappa.

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