Bunte Mäuse gegen Rassismus

Die bunte Maus zeigt Rassisten die rote Karte: An die Wand gesprüht und designt  haben sie Annabell Oesterreich (von links), Aileen Eylenstein, Laura Dwinger und Michelle Merges.
Die bunte Maus zeigt Rassisten die rote Karte: An die Wand gesprüht und designt haben sie Annabell Oesterreich (von links), Aileen Eylenstein, Laura Dwinger und Michelle Merges.

Grund- und Gemeinschaftsschule Halstenbek setzt Zeichen gegen Intoleranz mit selbst kreierten Spray-Kunstwerken im Ort

shz.de von
06. Juni 2014, 11:28 Uhr

Etwas schüchtern stehen die Mädchen im Flur der Grund- und Gemeinschaftsschule an der Bek (GGemS), umringt von Vertretern der Gemeinde, der GWH, der Schule und der Presse. Dabei waren sie selbst federführend beim Projekt „Schule gegen Rassismus“, einer europaweiten Jugendinitiative.

Nach dem Vorbild des britischen Street-Art-Künstlers Banksy entwickelten sie mit Lehrerin Jutta Sass eine Farbmaus – Banksy hatte Ratten als Motiv gewählt. Ein Partner wurde schnell mit der GWH gefunden. Der Energiedienstleister stellte Stromkästen und Türen von Trafostationen in Halstenbek als Leinwände zur Verfügung. Zwölf sind bereits mit Mäusen und Schriftzügen wie „Rote Karten für Rassisten“ verziert.

Die Vorbereitung hatte einige Wochen in dem Wahlpflichtkursus in Anspruch genommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Maus hat einen regenbogen-farbenen Schwanz, der den Wunsch nach Vielfalt ausdrückt. „Das Ausschneiden der Schablonen war ganz schön kniffelig“, erklärt Annabell Oesterreich (16). Man müsse genau aufpassen, damit die Schablone nicht einreißt. Einige kleine Teile müssten sehr genau ausgeschnitten werden. „Da braucht man schon eine gute Konzentration“, ergänzt Michelle Merges (15). Besonders das Designen und Überlegen der Sprüche habe ihnen viel Spaß gemacht.

Im vergangenen Jahr wurde die Halstenbeker GGemS als „Schule ohne Rassimus/ Schule mit Courage“ ausgezeichnet. Mit diesem Titel geht die Schule aber auch die Verpflichtung ein, das Thema auch weiterhin mit Projekten zu verfolgen.

Das Engagement gegen Rassismus kam zustande, als ausländerfeindliche Sprüche mehrfach auf den Fluren fielen und auf Schulmappen zu finden waren, berichtet Schulleiterin Greta Redlefsen. Die Schüler ergriffen selbst die Initiative, wollten diesen Umstand nicht länger hinnehmen und sorgten letztlich für die Auszeichnung. Im Wahlpflichtkursus von Jutta Sass standen diesmal die Anti-Rassimus-Mäuse im Mittelpunkt, im nächsten Schuljahr wird es ein Theaterstück sein, verrät die Leiterin.

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