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Langer Weg in die digitale Zukunft : Bundes- und Landespolitiker informieren sich über Unterrichtsmodell der Grundschule Ellerbek

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Besuch von Ernst Dieter Rossmann, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, und Saskia Esken, SPD-Mitglied im Bildungsausschuss und dem jüngst gegründeten Ausschuss für die digitale Agenda.

Ellerbek | Vor drei Jahren machten sich Leitung, Kollegium, Eltern und die Gemeinde als Schulträger der Ellerbeker Hermann-Löns-Grundschule auf den Weg mit dem Ziel, die Bildungseinrichtung Schritt für Schritt an die Nutzung digitaler Medien heranzuführen. Während eines Besuchs von Ernst Dieter Rossmann, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, und Saskia Esken, SPD-Mitglied im Bildungsausschuss und dem jüngst gegründeten Ausschuss für die digitale Agenda, wollten sich die Politiker über die Erfolge, aber auch über die Herausforderungen und Wünsche der Schule informieren.

„Mir ist aufgefallen, dass das Lernklima in der Klasse sehr ruhig war – ist das immer so?“, wollte Rossmann nach der Hospitation in einer Schulklasse wissen. „ Ja, das Klima ist bei uns ganz normal. Die Kinder arbeiten gern und konzentriert an den Teblets“, beantwortete Schusozialpädagogin Vicky Lodemann die Frage. Dies liege auch daran, dass die Schüler rotierend den sogenannten Tablet-Dienst übernehmen würden. „Zwei Kinder verteilen die PCs, fahren sie hoch und am Ende wieder herunter – so vermeiden wir, dass die Geräte Schaden nehmen“, erklärte Lodemann.

„Bedeutet der Einsatz von Lerncomputern mehr oder weniger Vorbereitung für die Lehrkräfte?“, lautete die nächste Frage Rossmanns. „Die Unterrichtsvorbereitung ist anders – wir nutzen ganz unterschiedliche Möglichkeiten und stehen dabei erst am Anfang“, sagte Lehrerin Sonja Wittekind. Zahlreiche Unterlagen stünden – teils kostenpflichtig, teils kostenlos – dafür im Internet zur Verfügung. Oft wähle der Lehrer einen Themenschwerpunkt aus, zu dem dann entsprechende Materialien gesucht würden.

„Technisch ist sehr viel mehr möglich als das, was wir bereits machen“, fügte Lodemann hinzu. So könnten die Smartboards, die alle mit einer eigenen E-Mail-Adresse versehen sind, problemlos von zu Hause aus programmiert werden. Wünschenswert sei auch eine virtuelle Tauschplattform für Lehrmaterialien. Doch da es keine in Deutschland zertifizierte virtuelle Speicher – sogenannte Clouds – gebe, bestehe hier ein Datenschutzproblem.

Stressfaktor Pause

Stressfaktoren gebe es weniger im Unterricht, sondern eher in den Pausen, berichtete Wittekind. „In der fünf-Minuten-Pause die Geräte ins Klassenzimmer zu holen und alles vorzubereiten, ist fast nicht machbar“, erläuterte die Lehrerin. Vermeidbar sei dies, indem mehr Geräte an der Schule vorhanden seien – idealerweise in jedem Klassenzimmer. „Stress im Unterricht gibt es nur, wenn die Technik versagt“, betonte Wittekind.

Dass dies zum größten Teil inzwischen der Vergangenheit angehöre, erläuterte Lodemann: „Wir haben inzwischen in die digitale Infrastruktur investiert und verfügen über einen eigenen Server sowie ein stabiles und sicheres W-Lan-Netz.“ Wichtig sei jetzt, die Klassen gleichzeitig mit einheitlichen Geräten auszustatten, dies vereinfache die Handhabung sowohl seitens der Schüler als auch der Lehrkräfte. Der Ellerbeker SPD-Politiker Andreas Böhnert, beruflich EDV-Dozent, bestätigte dies aus seiner Erfahrung: „Die Heterogenität der Geräte und der Software ist sehr wichtig“, betonte er.

Saskia Esken lobte die Anstrengungen der Modellschule. „Sie haben genau den richtigen Weg gewählt“, sagte sie. Selbstständiges und selbstorganisiertes Lernen stärke die Schüler, auch die Lehr- und Lernkultur würden sich dadurch stark verändern. „Sie gestalten diesen Entwicklungs- und Veränderungsprozess aktiv – das wird nicht morgen abgeschlossen sein – eigentlich nie“, sagte die Bildungspolitikerin.

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erstellt am 18.Nov.2015 | 00:32 Uhr

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