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Aufgeblähtes Prestigeobjekt? : Bund der Steuerzahler kritisiert Torneum in Tornesch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bund der Steuerzahler kritisiert Torneum in Tornesch und bezeichnet den Neubau als „böses Foul“ am Bürger. Krügel widerspricht.

Der Bund der Steuerzahler in Schleswig-Holstein übt scharfe Kritik an den Kosten für den Bau des Torneums in Tornesch. Als „aufgeblähtes Prestigeobjekt“ bezeichnet der Bund den Sportpark, der Anfang dieses Jahres eröffnet wurde.

Besonders die Kostensteigerung während der Planungsphase von fünf Millionen Euro auf 7,6 Millionen ist dem Verein ein Dorn im Auge. Grund für die Kostenexplosion sei die „üppige Ausstattung“. Der Bund zählt auf, dass zu den zwei wettkampftauglichen Kunstrasenfeldern mit Flutlichtbeleuchtung und einem Rasenplatz noch eine zusätzliche Kunstrasen-Trainingsfläche, ein Kleinspielfeld mit Sandboden sowie eine Eventfläche eingerichtet wurden. Auch mit einem Vereinsheim habe man sich „nicht zufrieden“ gegeben: „Es musste ein Gastronomiebetrieb sein, der dem Pächter eine Vollexistenz bietet.“ Die Kostensteigerung gegenüber den ursprünglichen Plänen sei „bei derart üppiger Ausstattung die logische Konsequenz“ und ein „Foul an den Steuerzahlern“.

Bürgermeister Roland Krügel weist die Kritik zurück. Der Bau des Torneums sei so viel teurer geworden, weil zum einen bei den Ursprungsplänen unter anderem nicht alle Brandschutzauflagen erfüllt worden seien. Zum anderen habe die Bauaufsicht mehr Parkplätze gefordert und es sei im Boden sehr viel Wasser gefunden worden, was die Aufbereitung des Bodens erschwert habe. Die Kritik an den drei Sportplätzen kann er nicht nachvollziehen. „Wir haben ein Gutachten in Auftrag gegeben und der Bedarf liegt demnach bei 2,5 Plätzen. Da haben wir auf drei aufgerundet“, so Krügel. Zur Eröffnung habe er auch an den Bund der Steuerzahler eine Einladung geschickt. Gekommen sei aber keiner. „Dann hätten sie sich ein Bild machen können und nicht von außen das Ganze beurteilen.“

Für das Torneum habe man sehr günstige Kredite bekommen. Krügel: „Das Ding ist durchfinanziert für 30 Jahre. Dann ist das bezahlt.“ Der Sportpark wird auch Thema sein im Finanzausschuss am Mittwoch, 30. September, ab 19.30 Uhr im Rathaus. Der Quartalsbericht des FCU Tornesch für den Betrieb des Torneums wird allerdings nicht öffentlich verhandelt. Krügel verteidigt dies und sagt, dass man frühestens nach dem ersten Jahresbericht eine Aussage treffen könne. Im ersten Jahr gebe es zudem immer gewisse Anlaufschwierigkeiten.

Das bestätigt Frank Mettal, Projektleiter beim FC Union Tornesch. Zwar sei die Auslastung nicht zufriedenstellend, dies sei aber zu erwarten gewesen. Erst nach vier Jahren seien vergleichbare Soccerhallen so bekannt, dass sie voll ausgelastet seien. Er verteidigt das Torneum und die Umsetzung. Ohne die Soccerhalle gäbe es keine Möglichkeit Einnahmen zu generieren, damit sich der Verein mittelfristig selbst trage und keine Zuschüsse mehr brauche. „Diese Herausforderung haben wir angenommen und wir arbeiten alle hart . Wir spüren deutlich den Druck, dass sich das Torneum tragen muss.“ Ob dies gelinge, würden erst die nächsten Jahre zeigen. Die professionelle Gastronomie sei aber notwendig. „Sonst kriegen wir die Halle nicht voll“, sagt Mettal. Die hohen Kosten seien zum Großteil durch unvorhersehbare Probleme mit dem Boden entstanden. Den Vorwurf, der Sportpark sei ein Prestigeobjekt, kann er nicht nachvollziehen. „Die Ausstattung ist sehr funktional. Wir haben null Luxus.“ Das Imagewachstum sei enorm. Er erhalte viel positives Feedback aus Hamburg und dem Umland. Die Kritik sei nicht zuende gedacht.

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