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Pinneberger Tageblatt

13. Dezember 2017 | 08:44 Uhr

Bullenkuhlener Idee kommt ins Fernsehen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Im Zuge einer Umwelt-Dokumentationsreihe hat das ZDF vor Kurzem auf dem Hof von Stephan Eggers und Corinna Hammen in Bullenkuhlen gedreht. Unter dem Titel „Wie regional sind unsere Lebensmittel?“ wird es um die bäuerliche Direktvermarktung gehen.

shz.de von
erstellt am 14.Jul.2017 | 12:01 Uhr

Eine Idee aus Bullenkuhlen kommt ins Fernsehen: Wenn die Umwelt-Dokureihe planet e. am morgigen Sonntag der Frage nachgeht, wie regional unsere Lebensmittel sind, rückt für kurze Zeit der Hof Eggers in den Mittelpunkt. Ein Team des ZDF war am 16. Juni auf dem Betrieb von Corinna Hammen und Stephan Eggers zu Gast, um sich die Abläufe auf dem Hof und in der Hofmolkerei anzusehen, wo die beiden unter anderem Joghurt und Pudding aus eigener Milch herstellen. Das Ergebnis des Drehtags wird am kommenden Sonntag, 16. Juli, ab 16.30 Uhr zu sehen sein. Dann wird die Folge mit dem Titel „Wie regional sind unsere Lebensmittel?“ ausgestrahlt.

Mit Marken wie „Unser Norden“ oder „Unsere Heimat“ würden zahlreiche Produkte im Supermarkt als regionale Produkte beworben, so das ZDF. Für Hersteller und Händler sei „Regional“ ein verlockendes Geschäftsmodell. Laut einer Umfrage von planet e. kaufen bereits 34 Prozent aller Verbraucher regionale Waren und sind bereit, dafür deutlich höhere Preise zu bezahlen. Aber, so das ZDF: So manches Lebensmittel, das als Regio-Ware vermarktet werde, stamme nicht aus der Nachbarschaft.

Ein Gegenbeispiel liefert der Hof Eggers: „Das ZDF hatte bereits bei Glasmeyers Rewe in Hamburg gedreht“, so Hammen. Der Bullenkuhlener Joghurt sei dort ein Beispiel für ein Produkt aus der Gegend. Nach dem Rewe-Markt – über den auch der Kontakt zum Bullenkuhlener Hof hergestellt wurde – soll dann laut Eggers der Beitrag aus Bullenkuhlen folgen. Auch wenn dieser nur kurz sei, habe sich das ZDF-Team jede Menge Zeit genommen, berichten die beiden. Von 10 bis 18 Uhr sei die Filmcrew auf dem Hof gewesen. „Sie haben in der Molkerei und in der Abfüllung jedes Detail gefilmt“, sagt Hammen. „Es war sehr aufregend. Fremde haben ja nochmal einen anderen Blick auf die Dinge.“

Im Kreis Pinneberg gebe es einige Höfe, die wie der Hof Eggers den Weg der Direktvermarktung gehen, berichtet Peer Jensen-Nissen, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Pinneberg. Im Vergleich zur Gesamtzahl der Höfe seien es zwar eher weniger, es nehme aber zu. Beispiele seien neben Eggers Familie Mohr mit ihrem Hühnermobil in Hemdingen oder Stefan Schliecker aus Klein Nordende mit seinem mobilen Hühnerstall. Mit Kruses Hofmilch sei auch der Hof Kruse aus Egenbüttel sehr regional unterwegs. „Insofern ja, es gibt eine Anzahl Landwirte, die diese Nische nutzen. Es ist aber nach wie vor eine Nische. Wenn alle sie nutzen würden, wäre es auch keine Nische mehr. Viele Betriebe sind froh, dass sie diesen Schritt gemacht haben“, so Jensen-Nissen. Als den ,Heilsbringer‘ würde er das Konzept aber grundsätzlich nicht bezeichnen.

Im Interview mit dem ZDF habe sich viel um das Thema Regionalität gedreht, berichtet Eggers. Er habe dabei unterstrichen, dass der Betrieb regional arbeite und der Kauf der Bullenkuhlener Produkte auch wiederum der Region zugute komme. Ob sich die bäuerliche Direktvermarktung lohne, sei ein weiteres Thema gewesen. Gerade in letzter Zeit sei das Geschäft aufgrund der niedrigen Milchpreise ein wichtiges Standbein gewesen, sagt er. Etwa 80 Händler beliefere der Betrieb – zwischen Hamburg diesseits der Elbe und Itzehoe. „Wir produzieren etwa 2500 Großbecher Joghurt pro Woche“, so Eggers.

Der Betrieb sei in den vergangenen Jahren gewachsen, derzeit liege der Fokus dabei auf der Vermarktung. Der Trend zur Regionalität komme dem Hof dabei zugute, sagt Eggers. Wichtig sei dabei, bekannt zu machen, dass Joghurt und Pudding vom heimischen Bauernhof kommen, ergänzt Hammen.

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