zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 16:06 Uhr

Baustellenstreit : Bürgerwut am Hätschenkamp

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Anwohner wurden nicht über die Sperrung ihrer Straße aufgrund einer Baustelle informiert.

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2014 | 15:30 Uhr

Pinneberg | Es könnte alles so einfach sein – ist es aber nicht. Ein Brief, ein Aushang, ein Schild: Damit wären die Anwohner am Hätschenkamp, in Pinneberg, schon zufrieden gewesen. Stattdessen hat man ihnen für mehrere Wochen mit einer Baustelle ihre Straße blockiert, und sie nicht darüber informiert. Deshalb sind die Bewohner sauer.

Montagmorgen ging das Chaos los. Als die Autofahrer ihre Sackgasse über den einzig möglichen Weg verlassen wollten, war die Straße mit Bagger und Barken versperrt. Schnell habe sich eine Autoschlange gebildet, erzählt Anwohnerin Annegret Knoll.

„Hier staute sich alles. Und die Leute mussten ja zur Arbeit.“ Dann hätten die Bauarbeiter jedem einzelnd erklären müssen, wo sie langfahren können. Denn es gab sie – die alternative Route durch einen entfernten Poller. Nur wusste davon niemand etwas. „Die Leute waren völlig fassungslos. Da entstehen ja auch Ängste, wenn man zum Beispiel zum Arzt muss, und den gewohnten Weg nicht nehmen kann“, glaubt Knoll. „Das war ein ganz böser Schildbürgerstreich.“ Niemand in der Straße sei im Vorfeld über die Bauarbeiten informiert worden. Ein Abflussrohr war geplatzt und muss nun ersetzt werden. „Dass da eine Baustelle ist, ist ja völlig normal“, sieht Knoll ein. „Es wäre ja nur eine Kleinigkeit gewesen, so einen Zettel aufzuhängen. Aber dieses Verhalten ist einfach nur bürgerfeindlich.“ Erst auf Nachfrage bei den Bauarbeitern habe sie von dem anderen Weg erfahren, der für Krankenwagen und Feuerwehr geschaffen wurde. Auch Anwohner Jürgen Schneider wurde von der neuen Baustelle zu Wochenbeginn überrascht. Er findet noch deutlichere Worte als seine Nachbarin „Die Stadt macht hier Politik gegen die Bürger. Das ist doch eine bodenlose Frechheit, dass jegliche Informationen fehlten.“

Die zuständige Firma Wolf Tiefbau in Ellerbek reicht den schwarzen Peter weiter. Wegen des Rohrbruchs habe man schnell handeln müssen. Die Stadt als Auftraggeber hätte die Bewohner informieren müssen, heißt es da. Die Stadtwerke widerum sehen sich ebenfalls als nicht zuständig, was die Verkehrsführung angeht, und verweisen an das Bauamt der Stadt Pinneberg. Dort wiederum dürfe man keine Aussagen machen, die nicht mit dem Rathaus abgesprochen sind. Die Bürgermeisterin war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen