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„Baustellen sind Zeugen der Zukunft“ : Bürgermeisterin Urte Steinberg im zweiten Teil des Tageblatt-Interviews

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg nimmt im Tageblatt-Interview Stellung zu einer möglichen zweiten Amtszeit.

von
erstellt am 16.Apr.2015 | 16:15 Uhr

Pinneberg | Bürgermeisterin in Pinneberg zu sein, ist kein leichter Job: Das Image der Stadt ist angekratzt, und die Schulden werden 2018 auf 206 Millionen Euro ansteigen. Doch Verwaltungschefin Urte Steinberg blickt optimistisch in die Zukunft. Sie berichtet im Tageblatt-Interview, was an der Kreisstadt toll ist und welche Projekte noch dieses Jahr fertig gestellt werden sollen.

Frage: Sie haben eine Image-Kampagne auf den Weg gebracht. Aber das Image von Pinneberg ist vom Gefühl her immer noch schlecht. Empfinden Sie das auch so?
Urte Steinberg:
Die Kampagne ist vom Stadtmarketing initiiert worden. Die Stadtverwaltung hat das neue Markenbild als Erstes umgesetzt. Etwas, was über Jahrzehnte gewachsen ist, lässt sich nicht von heute auf morgen umdrehen. Das bedeutet: Steter Tropfen höhlt den Stein, entsprechende Maßnahmen und stringentes Vorgehen. Und da sind wir dran.

Was meinen Sie, warum ist das Image so schlecht?
Warum wird eigentlich immer nur über das schlechte Image geredet? Viele sind auch stolz auf Pinneberg. Ich glaube, dass die Bürger die Stärken und Schwächen Pinnebergs schon sehr unterschiedlich wahrnehmen. Wir müssen auch mal selbstbewusst auftreten und für die Stärken werben. Es gibt aus meiner Sicht kaum eine vergleichbare Stadt, in der so viele zukunftsweisende Projekte parallel laufen, wie in Pinneberg.

Was ist toll an Pinneberg?
Pinneberg ist ein liebens- und lebenswerter grüner Wohn- und Wirtschaftsstandort in der Metropolregion mit guter Lage, einem gut ausgebauten Personennahverkehr und vielen weichen Standortfaktoren, wie Schulen, kulturellem Leben und einem hohen gesellschaftlichen Engagement. Wir haben alles zu bieten und das bei kurzen Wegen innerhalb der Stadt.

Was nervt Sie zurzeit an Pinneberg?
Viele ärgern sich zur Zeit über die Baustellen und aus Sicht der Betroffenheit Einzelner heraus kann ich das auch verstehen. Aber: Das sind Zeugen der Zukunft. Das heißt im Klartext, Pinneberg entwickelt sich. Und wenn die Projekte abgeschlossen sind, haben alle einen Mehrwert davon.

Welche Ziele haben Sie sich als Bürgermeisterin gesetzt?
Ich möchte Pinneberg mitgestalten und dabei mithelfen, Pinneberg positiv zu verändern. Dass Pinneberg Kreisstadt bleibt. Dass sich das Image und der Wert der gesamten Stadt deutlich verbessern. Die Schwerpunkte, die ich in meinem Wahlkampf gesetzt habe, verfolge ich auch heute: Beispielsweise Bildung, Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Welche Projekte werden dieses Jahr noch abgeschlossen?
Die geprüfte Eröffnungsbilanz liegt vor. Die Bilanzen 2009 und 2010 sind erstellt. Der Bau der Westumgehung ist gestartet. Die Flächen in der Parkstadt Eggerstedt sind verkauft und die Erschließungsstraße ist gebaut. Wir haben eine Lösung zur Vermarktung der Müssentwiete gefunden. Zum Jahresende werden wir verschiedene dezentrale Asylstandorte fertiggestellt haben. Bei der Schulgebäudesanierung sind wir ein Riesenstück weiter. Wir haben den Schulgebäudesanierungsplan fortgeschrieben und der Politik vorgestellt, so dass daraus dann auch Teile des Haushalt 2016 geplant werden können. Zu einzelnen Maßnahmen werden der Politik auch Vorschläge unterbreitet. Zum Beispiel das Thema Fassade an der Rübekamp Grundschule.

Was war bisher die größte Herausforderung für Sie?
Es gab zwei Herausforderungen: Die Zeit des „Gegenwindes“ sowie familiäre Herausforderungen unter einen Hut zu bringen. Meine Mutter ist Ende November gestürzt, wurde operiert, lebt jetzt im Seniorenheim und der Haushalt wird zurzeit aufgelöst. Eine ähnliche Situation hatte ich auch letztes Frühjahr. Nach jedem Tal folgt ein Berg, nach jeder Aufregung kehrt Ruhe ein. Erfahrung ist ein Schatz, aus dem man schöpfen kann.

Stehen Sie für eine zweite Amtszeit zur Verfügung?
Ja! So habe ich es auch vor der Wahl im Jahr 2012 angekündigt und dazu stehe ich selbstverständlich.

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