zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 00:03 Uhr

„Bürgerkrieg“ im Schanzenviertel

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hamburg: Demonstration zum Erhalt der „Roten Flora“ eskaliert / 600 Verletzte

shz.de von
erstellt am 23.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Bei der Demon-stration für den Erhalt der „Roten Flora“ im Hamburger Schanzenviertel haben sich am Sonnabend Hass und Brutalität Bahn gebrochen wie seit Jahren nicht mehr. Die Bilanz: 117 verletzte Polizeibeamte, 16 davon schwer, sowie 500 von 7300 verletzte Teilnehmer, 20 davon schwer. Zeitweise waren es Zustände wie im Bürgerkrieg. Der Sachschaden dürfte in die Hunderttausende gehen. Beamte aus dem Kreis Pinneberg waren laut Polizeiangaben nicht im Einsatz.

Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) sprach von 4700 gewaltbereiten „Chaoten aus der gesamten Bundesrepublik und dem Ausland, die unsere Stadt aufgesucht und massive Gewalt ausgeübt haben“. Für sie sei die Polizei ein reines „Hassobjekt“. Laut Hamburgs Polizeisprecher Mirko Streiber gingen die Randalierer mit „unglaublicher Brutalität“ gegen 3200 Polizisten vor und hätten keinerlei Rücksicht auf Unbeteiligte genommen. „Aus dem schwarzen Block flogen Böller, Steine, Flaschen, Sprengstoff und Farbbeutel auf die Beamten.“ Oliver Malchow, Bundeschef der Gewerkschaft der Polizei, sagte: „Ohne Schutzkleidung hätte es tote Polizisten gegeben.“ Joachim Lenders, Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, warnte den Senat: „Hamburg darf nicht zum Trainingslager für innerstädtische Terroristen werden.“ Die Demonstrationsveranstalter kritisierten hingegen einen „massiven Einsatz von Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern“.

Auch politisch werden die Krawalle ein Nachspiel haben: Die Grünen im Senat fordern eine Sondersitzung des Innenausschusses, der CDU-Innenexperte Kai Voet van Vormizeele drastische Konsequenzen. Er will eine Überprüfung des Demonstrationsrechts, um absehbar gewaltsame Veranstaltungen gleich verbieten zu können. Seite 14 und 24


Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen