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Einbruch-Serie in Hemdingen : Bürger machen gegen Kriminelle mobil

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Einige Dorfbewohner haben ihre eigene Wehr gegründet. Ihr Ziel: Diebe auf frischer Tat ertappen und so die Arbeit der örtlichen Polizei unterstützen.

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Das hat es im Kreis Pinneberg noch nicht gegeben. In Hemdingen hat sich eine Art Bürgerwehr gegründet. Die Dorfbewohner machen mobil gegen Einbrecher. Wie berichtet, waren während der vergangenen Wochen unbekannte Täter immer wieder in Häuser und Autos eingebrochen. Jetzt setzen sich die Bürger zur Wehr. Mit versteckten Bewegungsmeldern in Häusern, die stillen Alarm auslösen, sollen Täter künftig auf frischer Tat ertappt oder gleich ganz abgeschreckt werden.

„Die Bürger haben die Schnauze voll“, sagt ein Gemeindevertreter aus Hemdingen, der lieber unerkannt bleiben möchte. Zusammen mit Nachbarn hat er die Aktion initiiert, jetzt hofft er auf Nachahmer. „Ich habe mit Nachbarn gesprochen und wir haben uns überlegt: Wie können wir uns wehren?“, sagt der Hemdinger. Jedes Haus mit einer Alarmanlage zu versehen, sei zu kostspielig. Also schafften die Nachbarn gemeinsam einen Bewegungsmelder mit einem Funkempfänger für etwa 400 Euro an. „Den Bewegungsmelder bekommt der, der nicht Zuhause ist“, beschreibt er das Prinzip. Er werde irgendwo in der Wohnung versteckt. Tappt der Einbrecher in den Bereich des Bewegungsmelders, geht ein stiller Alarm los. Ein anderer Nachbar, bei dem der Funkempfänger in der Wohnung steht, wird alarmiert. „Der ruft dann 110 an.“

Als nächster Schritt schaue der Nachbar aus dem Fenster – um zu sehen, ob jemand in der Straße Schmiere stehe. „Ich kann der Polizei dann sagen, was ich sehe. Ich beobachte dabei aus einem dunklen Raum heraus, ohne mich selbst in Gefahr zu begeben“, sagt der Hemdinger.

Die Idee sei von seinen Nachbarn sehr positiv aufgenommen worden. Und das System sei äußerst zuverlässig: „Wir haben das getestet und ich wurde erwischt.“ Der stille Alarm habe den Vorteil, dass die Einbrecher in der Wohnung blieben – und die Polizei dann die Möglichkeit habe, sie festzunehmen. Der Gemeindevertreter sieht die Idee auch als Vorschlag für andere Dörfer in der Region. „Wir wünschen uns, dass das Nachahmer findet“, sagt er.

Auch die Polizei teilte auf Anfrage mit, die Aktion zu befürworten. „Es ist gut, wenn die Nachbarschaft die Augen offen hält“, sagt Pressesprecherin Silke Westphal. „Wir freuen uns, wenn wir Unterstützung bekommen.“ Auch über Fehlalarme müssten sich die Hemdinger keine Gedanken machen: „Lieber einmal zu viel als zu wenig 110 wählen“, so die Pressesprecherin.

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